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Bauhof-Mitarbeiter schieben Extra-Schichten für den Sommer

SPRINGE.Die Schicht etlicher Bauhof-Mitarbeiter beginnt derzeit um 6 Uhr morgens. „Wir haben am Montag beschlossen, eine halbe Stunde früher anzufangen als üblich“, erklärt Gärtnermeister Achim Gerke. Das Ziel: Die Arbeit in der Mittagshitze verkürzen, bei über 30 Grad sei es irgendwann draußen nicht mehr auszuhalten.

Wasser marsch: Jeder Stadt-Baum, der innerhalb der vergangenen drei Jahre gepflanzt wurde, bekommt einmal pro Woche eine Ladung Wasser, wie auf dem Foto von Stadtmitarbeiter Darius Garbas. FOTO: MISCHER
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Marita Scheffler Redakteurin zur Autorenseite

Und Pausen können sich die Kollegen kaum erlauben, wenn sie täglich 6000 bis 15 000 Liter Gießwasser verteilen müssen.

An einigen Stellen im Stadtgebiet testen die Gärtner in diesem Sommer Wassersäcke, die auf einer Baumscheibe liegen, mit 100 Litern gefüllt werden und sich innerhalb von acht bis zwölf Stunden entleeren. Der Baum hat dann deutlich mehr Zeit, das Gießgut aufzunehmen. 

Aber nicht nur die Bäume haben Durst. Auch einige Hecken und die Rhododendren auf dem Alten und Neuen Friedhof müssen vorm Vertrocknen bewahrt werden. Der Bewässerungstrupp ist deshalb täglich mit einem 3000-Liter-Fass unterwegs. Die Menge reicht allerdings nur für wenige Stunden; ein bis zwei Mal pro Schicht muss nachgetankt werden. Ein zweites Team kümmert sich um die Sommerblumen und Stauden. Hier gehen pro Durchgang 5000 bis 6000 Liter weg, sagt Gerke. Und: Selbst am Sonnabend müssen die Mitarbeiter mittlerweile unterwegs sein, damit es vor allem in der Innenstadt weiterhin blüht und nicht welkt. Verbraucht wird übrigens aufbereitetes Frischwasser aus der Kläranlage.

Gerke arbeitet seit 1988 bei der Stadt und hat viele heiße Sommer erlebt: „Es gab immer mal Zeiten, in denen wir länger auf Regen gewartet haben.“ Die jetzige Hitzeperiode toppe aber alles: „Das ist schon extrem.“

Auf der anderen Seite des Deisters ist die Lage so angespannt, dass Trinkwasser nicht mehr zum Rasen- und Beetesprengen verwendet werden soll. Die Stadtwerke Barsinghausen haben ihre Kunden gerade darüber informiert, dass Engpässe absehbar seien, sollten die Verbräuche nicht runtergefahren werden. Fürs Springer Stadtgebiet gibt die Purena Entwarnung: Die Grundwasser-Behälter seien gut gefüllt, sagt der technische Prokurist Selim Aksoy.

1900 bis 2000 Kubikmeter Trinkwasser werden derzeit täglich im Stadtgebiet verbraucht. „Dieser Wert ist nicht ungewöhnlich hoch“, sagt Aksoy. Hier machen sich die Ferien bemerkbar: Viele Deisterstädter sind verreist. Im Vergleich mit den Vormonaten werde der Juli in der Jahresstatistik dennoch herausstechen, vermutet Aksoy.

Das Springer Trinkwasser wird aus zwölf Brunnen beziehungsweise Quellen gespeist. Dazu kommen die beiden Wasserwerke an der Haller und in Völksen sowie die zwölf „Reinwasserbehälter“, die sich unter anderem am Raher Berg, an der Deisterpforte, am Ebersberg und am Duckstein befinden. Die Ortsteile Bennigsen, Lüdersen und Gestorf werden über die Harzwasserwerke versorgt.

Pro Jahr rauschen aus Springes Wasserhähnen 1,6 Millionen Kubikmeter. Dass Springe auch in der derzeitigen Trockenzeit vergleichsweise gut dasteht, liege an dem breitgefächerten Quellennetz und den hohen Niederschlägen in der zweiten Jahreshälfte 2017. Aksoy: „Da wurden die Grundwasser-Reserven gut gefüllt.“



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