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Baugebiete: Deisterkessel wieder im Gespräch

SPRINGE. Die von der Politik geforderte Übersicht über mögliche Bauflächen ist fertig. Entstanden ist eine Karte mit zahlreichen Optionen, die die untersuchten Flächen in grüne, gelbe und rote einteilt – und damit die Machbarkeit aufzeigt.

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Saskia Helmbrecht Redakteurin zur Autorenseite

Das Dokument bleibt aber unter Verschluss – weil es sich laut Verwaltung um vertrauliche Daten handelt.

„Wir haben in viel Kleinarbeit das gesamte Stadtgebiet untersucht, was viel Zeit gekostet hat“, sagt Bürgermeister Christian Springfeld (FDP). An der Erhebung beteiligt waren demnach auch der Fachdienst Umwelt, die Stadtplaner, aber auch die Stadtentwässerung oder der Tiefbau. „Das war ein Riesenaufwand, jetzt liegt das Ergebnis aber im Detail vor“, betont Springfeld. Bei den grün gekennzeichneten Flächen spreche aus Sicht der Verwaltung wenig dagegen, dort zu bauen – die rot markierten Punkte seien umgekehrt kaum zu realisieren, etwa, weil es sich um Naturschutzgebiete handelt.

Problematisch sei vor allem das Thema Grundstückskauf und -verkauf, so Springfeld. Solle zum Beispiel ein fertig erschlossenes Grundstück für 120 Euro pro Quadratmeter verkauft werden, könne man dem Landwirt für seinen Acker vorher etwa 40 Euro pro Quadratmeter anbieten. Das liege an den hohen Erschließungskosten – und sorge bei vielen aktuellen Eigentümern für Irritationen.

Im Mittelpunkt stehen Orte
mit guter Infrastruktur

Für den Bürgermeister ist aber auch klar: „Wir haben festgestellt, dass es viele Alternativen gibt. Das heißt, dass wir uns nicht von Eigentümern erpressen lassen müssen.“ Im Fokus stünden generell die Orte, die über gute Infrastruktur verfügen – etwa einen Bahnhof wie in Springe, Völksen und Bennigsen. Doch nicht überall gebe es interessierte Träger. Auch wenn es mehrere aussichtsreiche Lösungen gebe – am Ende hänge viel an den Preisen.

Mit schnellen Beschlüssen rechnet Springfeld ohnehin nicht. Er selbst sei aber ein klarer Befürworter einer Bebauung des Deisterkessels in der Kernstadt. „Das ist eine Top-Wohnlage – und niemand muss Angst haben, dass wir den ganzen Deisterkessel zubauen.“ Seit Jahren ist das Gebiet nördlich der Straße Hamannsbruch in der Diskussion. 2010 hatte sich eine Bürgerinitiative um den heutigen Ratsherrn Uwe Lampe gegen die Bebauung gegründet. 2011 wurde das Projekt auf Eis gelegt. „Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht, jetzt bin ich gespannt, wo die politische Debatte hingeht. Der Ball liegt im Spielfeld der Politik“, sagt Springfeld. Neben dem Deisterkessel kommen aus seiner Sicht auch Flächen nahe der IGS oder eine Erweiterung des Großen Grabens infrage. Die Übersicht ist für ihn eigentlich Teil eines Stadtentwicklungskonzeptes, das die Politik mehrheitlich ablehnt. Jetzt gehe die Verwaltung einen umständlicheren Weg: „Das sind komische halbe Sachen: einen Teil zu machen, aber eben nicht alles.“



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