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Betrieb erst 2012 – doch Kraftwerke sollen noch in diesem Jahr laufen / Investitionskosten 5,5 Mio. Euro

Bauarbeiten für Biogasanlage beginnen

Springe (mari). Nach monatelangen Diskussionen rollen jetzt die Bagger: Die Bauarbeiten für die Biogasanlage am Schwarzen Koppelweg haben begonnen. Ziel der Stadtwerke ist es, die Blockheizkraftwerke in jedem Fall bis zum Jahresende einzuschalten. Die beiden Fermenter – das Herz der Anlage – werden dagegen vermutlich erst im Frühjahr mit den ersten Schaufeln Mais gefüttert.

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Das Gewerbeaufsichtsamt des Landes hat am Montag die vorläufige Bau-Erlaubnis für das 5,5-Millionen-Euro-Projekt erteilt. Seitdem wird zwischen Harmsmühlenstraße und Kaiserallee massenhaft Erde bewegt: Fachunternehmen legen die Zufahrt zur Baustelle an und werden anschließend die Fundamente für die beiden Blockheizkraftwerke herstellen.

Ein BHKW soll direkt neben der Biogasanlage errichtet werden, das zweite kommt auf das Grundstück des beteiligten Landwirts Wolfgang Miserre. Jeder Container hat eine 4,3 mal 8,5 Meter große Grundform, ist 3,5 Meter hoch und wiegt 42 Tonnen. Damit sind die Stationen erheblich kleiner als das Heizkraftwerk, das am Sonntag zum Friederikenstift in Bad Münder geliefert worden ist.

BHKW Nummer eins soll in der nächsten Nacht mit einem Spezialtransporter nach Springe kommen. Das zweite folgt in genau einer Woche. „Die Kraftwerke werden in einem Stück in einer Betonschalhaube angeliefert und jeweils am Donnerstag ab 8 Uhr von einem Kran abgeladen“, liest Ruth Märtin, Sprecherin der Stadtwerke Springe, aus dem Zeitplan vor. Da die Fundamente noch nicht gegossen wurden, müssen die Kraftwerke am Standort zwischengelagert werden.

Soweit wie die Stadtwerke sind die fünf Landwirte, die sich zur „Bioenergie Springe“ zusammengeschlossen haben, noch nicht: „Wir warten auf die endgültige Baugenehmigung“, sagt Friedrich Henkels aus Bockerode. Er hoffe, den Bescheid nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz in den nächsten Tagen in den Händen zu halten: „Dann fangen wir sofort an.“

Die Landwirte wollen am Schwarzen Koppelweg in zwei Fermentern aus Pflanzen Biogas produzieren. Dieses Biogas werden die Stadtwerke abnehmen und in den Blockheizkraftwerken zu Strom umwandeln. Die Wärme werde nicht verpuffen, sondern ebenfalls genutzt, kündigt der Energieversorger an.

Ob die Landwirte die Gärtürme noch in diesem Jahr aufstellen und befüllen können, „hängt vom Wetter ab“, so Henkels. Er bezweifelt eine Einweihung vor Weihnachten: „Das wird wirklich knapp.“ Die Stadtwerke müssen dagegen noch in diesem Jahr ans Netz. Nur, wenn die Blockheizkraftwerke bis zum 31. Dezember laufen, „gilt für sie die bessere Einspeisevergütung nach dem Energieeinspeisegesetz 2009“, erklärt Stadtrat Hermann Aden.

Aber wie können die Stadtwerke starten, wenn die Landwirte noch gar nicht so weit sind? „Kein Problem“, sagt Aden. Die Heizkraftwerke könnten auch mit Gas aus Tanks oder großen Flaschen betrieben werden. Entscheidend ist, dass bis zum Stichtag der Beweis vorliegt, dass die Anlage funktioniert.

Aden gibt sich zufrieden: „Ich freue mich, dass es jetzt offiziell losgeht.“ Henkels unterdessen hofft, „dass sich die Situation allgemein beruhigt und sich zeigt, dass die Biogasanlage eine Bereicherung für Springe ist“. Im Vorfeld hatte es zahlreiche Bürgerproteste gegeben. Die Anlage ist laut Henkels deshalb eine Bereicherung, weil sie zur Energiewende beitrage, „aber auch die Landwirtschaft vor Ort und die Springer Stadtwerke stärkt“.

Die Bauern investieren 3,5 Millionen Euro, die Stadtwerke lassen sich den Kauf und Aufbau der Blockheizkraftwerke sowie den Aufbau des Wärmenetzes rund 2 Millionen Euro kosten.



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