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Bahnhof Springe: Springfeld will Ortsrat bremsen

SPRINGE. Bürgermeister Christian Springfeld warnt den Ortsrat davor, am Mittwochabend vorschnell einen politischen Beschluss gegen den möglichen zweiten Kernstadt-Bahnhof zu fällen.

Am Bahnübergang Heinrich-Göbel-Straße könnte der neue Bahnhof „Deisterpforte“ entstehen. Ab Freitag ist der Weg über die Schienen dort erst einmal ein paar Tage lang gesperrt. Foto: Ackermann
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Christian Zett Redaktionsleiter zur Autorenseite

Wie berichtet prüft die Region, den Haltepunkt am Bahnübergang Heinrich-Göbel-Straße einzurichten. Momentan läuft unter anderem eine Kosten-Nutzen-Rechnung. Die Idee hinter dem kleinen Bahnhof: Er soll vor allem zusätzliche Fahrgäste aus der westlichen Kernstadt ansprechen – sie sollen ihn fußläufig oder mit dem Fahrrad ansteuern und dafür das Auto stehen lassen. Entsprechend sehen die Planungen kaum Parkplätze an der Station vor.

Kritiker des Millionenprojekts zweifeln dessen Sinnhaftigkeit an. Immer wieder war auch in der Springer Politik Widerstand gegen das Projekt aufgeflammt: Zuletzt versandete im Sommer 2016 ein Vorstoß aus Lüdersen, wo der Ortsrat einen Beschluss gegen den Bahnhof fasste und vergeblich auf Solidarität aus anderen Orten hoffte. Schon damals hatte Springfeld darauf verwiesen, dass solche Vorstöße bei der Region als Nahverkehrsträger „Irritationen“ auslösten. Bis zu 4 Millionen Euro sollen nach ersten Berechnungen für den neuen Bahnhof nach Springe fließen. „Das Thema wird bei den Geldgebern sensibel behandelt“, so Springfeld am Dienstag.

Dass am Mittwoch der Kernstadt-Ortsrat über einen ablehnenden Antrag von Uwe Lampe (parteilos) diskutiert, hat für den Bürgermeister noch mal eine andere Dimension: Schließlich ist man nun in genau dem Ortsteil, der von dem Haltepunkt in erster Linie profitieren soll. „Der Ortsrat muss sich seiner Verantwortung stellen und sich klar sein, dass sein Votum dazu beiträgt, ob Millionen nach Springe fließen.“ Springfeld warnt davor, das Projekt „ohne Not“ auf diese Weise zu beerdigen. Zum Einen seien noch gar nicht alle Vorprüfungen abgeschlossen. Zum Anderen: „Hier schenkt uns jemand eine perfekte Nahverkehrsanbindung genau dort, wo wir mehr Wohnraum schaffen wollen. Und da will der Ortsrat nun ‚ nein, danke‘ sagen? Ich kann dieses Vorgehen mit keiner Faser nachvollziehen.“ Konkret geht es um die Flächen neben dem Friedhof an der Hamelner Straße. Der Ortsrat hatte sich gerade erst fast einstimmig für die Schaffung eines Baugebiets an der Stelle ausgesprochen. Gerade Ratsherr Lampe, so Springfeld, der sich für den sozialen Wohnungsbau einsetzt, wettere mit seinem Antrag gegen eine Verbesserung von Springes Infrastruktur, die letztlich auch seine Forderungen besser umsetzbar machen könnten.

Springfeld erinnert daran, dass der neue Haltepunkt die Stadt kein Geld koste – eine Absage aber auch kein Geld bringe: „Wir bekommen nicht stattdessen zwei oder drei Millionen, um den anderen Bahnhof zu modernisieren – und die Region sagt auch nicht: Hier habt ihr das Geld, macht etwas ganz anderes damit.

Der Ortsrat Springe tagt am Mittwoch öffentlich im Seniorenzentrum Altes Rathaus (Erdgeschoss). Die Sitzung beginnt um 18 Uhr. Auf der Tagesordnung steht auch die Umrüstung der historischen Beleuchtung in der Innenstadt.



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