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Bahnhof Deisterpforte: Streit spitzt sich zu

SPRINGE. Die Region hat laut Bürgermeister Christian Springfeld verschnupft auf den Beschluss des Ortsrats Lüdersen reagiert, in dem sich die Politker einstimmig gegen den Bau des Bahnhofs Deisterpforte in der Kernstadt ausgesprochen hatten. „Das hat zu erheblichen Irritationen geführt“, so Springfeld.

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VON CHRISTIAN ZETT

Bei der Region habe man darauf verwiesen, eine erhebliche Summe investieren zu wollen: „Wenn das nicht gewünscht ist, dann lassen sie es eben“, gab Springfeld die sinngemäße Botschaft weiter. Der Ortsrat Lüdersen hatte seinen Beschluss mit der Aufforderung an die Ortsräte Bennigsen, Völksen und Eldagsen verbunden, sich der Ablehnung anzuschließen. Zumindest Bennigsen und Eldagsen verweigerten sich dem Appell jedoch gestern Abend. Beide Gremien erklärten sich für nicht zuständig. Eldagsens Ortsbürgermeister Ralf Burmeister wurde in seiner letzten Sitzung sogar noch deutlicher: Er kritisierte zum einen den Ton des Antrags aus Lüdersen, in dem die anderen Ortsräte wörtlich „aufgefordert“ werden, sich dem Widerstand anzuschließen. „Darüber habe ich mich geärgert. Ich lasse mich zu so etwas nicht auffordern“, so Burmeister.

Darüber hinaus sehe er nicht ein, dem Springer Ortsrat um Carsten Marock, der das Projekt unterstützt, Vorschriften zu machen.

Er persönlich betrachte das Projekt sogar positiv, erklärte der Ortsbürgermeister. Die Region werde genau geprüft haben, ob sich der Standort lohnt: „Wenn dort jemand kommt, und uns als Gesamtstadt eine Infrastruktur baut, die uns nichts kostet, dann sage ich doch nicht nein.“

Vor allem wenn die Stadt tatsächlich das Baugebiet auf den Reserveflächen des Friedhofs Hamelner Straße umsetze, sei der Bahnhof Gold wert: „Dann kann ich für die Grundstücke werben mit dem Argument: In drei Minuten zu Fuß zur S-Bahn. Dann ist doch genau das passiert, was wir wollen.“ Wer verfolge, wie dringend in der Kernstadt Baugebiet benötigt würden, der könne das Vorhaben kaum ablehnen.

Der Ortsrat Eldagsen schloss sich schließlich einstimmig Burmeisters Vorschlag an, sich für nicht zuständig zu erklären und eine Positionierung zum Thema abzulehnen.

Die Lüderser führen an, der Bahnhof könne das erwartete Fahrgastplus gar nicht anlocken – er sei weder ökonomisch noch ökologisch sinnvoll. Stattdessen schlägt der Ortsrat vor, den Ebersberg mit einem Elektrobus an den bestehenden Springer Bahnhof anzubinden. Springes Ortsbürgermeister Marock hatte gegenüber der NDZ bereits mit Unverständnis auf den plötzlichen Gegenwind aus Lüdersen reagiert.



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