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Auseinandersetzung in der S5: Rentner schlägt seine Ex-Frau

SPRINGE. Er hat seine Frau in der S-Bahn misshandelt und geschlagen. Am Dienstag wurde ein 60-jähriger Mann wegen vorsätzlicher Körperverletzung zu einer Geldstrafe verurteilt.
Er war mit seiner noch Ehe-Frau am 8. Dezember um etwa 9 Uhr in der S-Bahn-Linie 5 unterwegs.

Weil er seine Frau in der S-Bahn misshandelt und geschlagen hatte, wurde am Dienstag ein 60-jähriger Mann wegen vorsätzlicher Körperverletzung zu einer Geldstrafe verurteilt. Foto: Archiv
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Saskia Helmbrecht Redakteurin zur Autorenseite

Dort soll er seiner Frau mehrfach auf den Kopf geschlagen haben. Der dreifache Vater ist Rentner und lebt getrennt von seiner Frau, gab er am Dienstag vor dem Amtsgericht in Springe an.

„Nein, ich habe sie nicht geschlagen“, erklärte der Angeklagte über seine Übersetzerin. Mehr wollte er allerdings zu dem Tatvorwurf nicht sagen.

Aufschluss gab dann eine Zeugenaussage. Ein 34-jähriger Rechtsanwalt schilderte der Richterin detailliert, was er in dem Zug beobachtet hatte. In Hameln wollte der Anwalt aussteigen und lehnte sich kurz vor dem Halt am Bahnhof an eine Glaswand. Von dort aus habe er „wilde Armbewegungen“ gesehen. „Damit rechnet man in einer öffentlichen Bahn ja gar nicht.“ Die Hand habe „schlagartig in einer Bogenbewegung“ immer wieder ausgeholt – ob er tatsächlich den Kopf getroffen habe, konnte er nicht sehen. Der Mann sei daraufhin zu dem Paar gegangen und habe den Rentner mit lauter Stimme gebeten, aufzuhören. „Das hat er dann auch getan.“ Er habe sich anschließend bei der Frau erkundigt, ob sie Hilfe benötige, was sie mit Ja beantwortete.

Der Zeuge brachte sie aus dem Zug, ihr Ehemann kam noch einmal hinterher, doch der Anwalt wies ihn zurück. „Sie hatte Tränen in den Augen.“ Eine offene, blutende Wunde habe er aber auf den ersten Blick nicht erkennen können. Der Anwalt begleitete die Frau auf dem Weg zur Polizei in Springe. Währenddessen habe sie ihm erzählt, dass es nicht das erste Mal gewesen sei, dass ihr Mann sie geschlagen hätte. „Das hat mich sehr bewegt.“ Sie habe ihm auch erzählt, dass sie in Trennung leben. Bei der Polizei bot sich der Anwalt dann als Zeuge an, um später vor Gericht auszusagen. Und vor Gericht erkannte der Zeuge den Angeklagten auch sofort wieder. Die Frau selbst wollte vor Gericht offenbar nicht aussagen.

Der Angeklagte selbst bestritt die Tat. Er könne gar nicht nachvollziehen, warum er vor Gericht beschuldigt werde, er habe nichts getan. Wegen falscher Verdächtigungen ist er bereits seit 2014 vorbestraft. Auch daran könne er sich nicht mehr erinnern.

Sowohl die Staatsanwältin als auch die Richterin stellten die Glaubwürdigkeit des Zeugen zu keinem Zeitpunkt infrage. Er habe klar geschildert, was er gesehen hatte. „Er hat als unabhängiger Dritter gar keinen Grund, zu lügen.“

Die Schuld des Angeklagten sei damit erwiesen. Das Gericht verurteilte ihn wegen vorsätzlicher Körperverletzung zu einer Geldstrafe von 40 Tagessätzen zu je 7 Euro. Auf Rechtsmittel verzichtete der Mann bereits am Dienstag.

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