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Gefährden Autofahrer Spaziergänger an der Kirchstraße? / Diskussion um den Bosselweg

Aus Sorge um die Kinder

Völksen. Leben Kinder in Völksen gefährlich? Und tragen ausgerechnet Eltern eine Mitschuld? Im Ortsrat ist eine lebhafte Diskussion über die Verkehrssituation an der Kirchstraße entbrannt. Dass sich etwas ändern muss, steht außer Frage. Allerdings: Ohne erzieherische Maßnahmen wird das kaum funktionieren.

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Autor:

Markus Richter

Grundschule, Krippe, Kirche, Jugendzentrum – an der Kirchstraße liegen Einrichtungen, die vor allem von den Fußgängern genutzt werden, die im Straßenverkehr als besonders gefährdet gelten. „Die Autos ballern viel zu schnell hier durch“, sagte Jugendgruppenleiter Daniel Sundmacher. Er selbst habe schon so manche gefährliche Situation erlebt. „Viele wissen offenbar nicht, dass es sich um einen verkehrsberuhigten Bereich handelt.“ Und da gelte nicht Tempo 30, sondern maximal 7. „Besonders morgens ist die Situation unerträglich“, pflichtete ein Anlieger bei. Denn gerade Eltern in Zeitnot würden ihre Kinder zur Schule befördern. „Das ist eine unendliche Diskussion“, meinte Uwe Pröve (Grüne). Er fordert: „Lasst die Kinder zu Fuß zur Schule gehen!“ Der Ortsrat beschloss, eine Tempomess-Tafel und ein Achtung-Kinder-Schild aufzustellen. Außerdem sollen die Autofahrer über ihr Fehlverhalten aufgeklärt werden. Als letzte Maßnahme könnte ein Vorschlag von Axel Seng greifen: Der Linken-Politiker warf die Idee in den Raum, die Straße morgens bis 9 Uhr komplett für den Verkehr zu sperren.

Dank der Initiative „Kinder leben in Völksen“ (KliV) gibt es an der Grundschule jetzt Ganztagsbetreuung. Der Verein hatte zur Deckung der Kosten um einen Zuschuss gebeten. Auf Antrag von Frank Unger (CDU) wurde der Wunschbetrag von 500 Euro auf 800 einstimmig erhöht. Mit dem Geld will KliV die Mensa ausstatten.

Inwieweit kann der Ortsrat die Entwicklung des Baugebiets am Bosselweg beeinflussen? Eine Einwohnerin ärgerte sich, dass das Gremium vor vollendete Tatsachen gestellt und das Konzept erst nach dem Beschluss ausgefeilt werde. „Ich sehe nicht die Notwendigkeit für ein weiteres Baugebiet“, sagte Heinrich Rodenberg (CDU). Als Landwirt könne er es nicht verantworten, dass immer mehr Fläche „zugepflastert“ werde. Das Gebiet am Bosselweg ist zurzeit ein Acker, im Flächennutzungsplan allerdings schon seit Jahrzehnten für die Bebauung vorgesehen. „Nicht die gesamte Entwicklung Springes muss in Völksen stattfinden“, meinte auch Parteifreund Jürgen Kohlenberg. „Jeder Bürger stärkt die Infrastruktur“, erwiderte Karsten Hampe (SPD). Auf Anregung von Uwe Pröve empfahl der Ortsrat, anders als bei der Wachlange vorab darauf zu achten, dass zeitgemäß gebaut wird – die Häuser sollten etwa in Richtung Süden ausgerichtet werden.

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