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Wie Robin Hrassnigg aus Bennigsen Millionen Diabetikern weltweit das Leben erleichtern möchte

Aus der Blutbahn ins Telefon

Bennigsen. Wenn Robin Hrassniggs Kundenstamm wächst, dann ist das eine schlechte Nachricht für die Weltgesundheit. Rund 440 Millionen Menschen, schätzen Experten, werden im Jahr 2030 weltweit an Diabetes leiden. Der Bennigser Hrassnigg ist einer von ihnen. Und er will allen Betroffenen das Leben leichter machen.

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VON CHRISTIAN ZETT

Für Diabetiker ist es Routine: Möglichst oft müssen sie mit einem kleinen Piecks ihren Blutzuckerwert messen – er darf nicht zu hoch sein und nicht zu niedrig. In Zeiten der modernen Computertechnik gibt es auch Messgeräte, die sich direkt an das schlaue Mobiltelefon anschließen lassen und die Werte auslesen.

Praktisch? „Schrott“, findet der 35-Jährige. Die Anwendung erlaube ihm „einen kurzen Blick“ – aber das ganze Bild, wesentliche Infos fehlen ihm: „Ich will ja vielleicht auch meinem Arzt zeigen, wann meine Werte zuletzt besonders hoch oder niedrig waren.“ Beim Beschweren wollte es der Bennig-ser aber nicht belassen. „Ich habe gedacht: Da kannst du doch was draus machen.“

Gut ein Jahr ist das jetzt her. Und er machte: Mit inzwischen zwei Mitstreitern entwickelte Hrassnigg zunächst nebenbei die Marke „Diabetizer“, ließ sie schützen und gründete eine Firma. Die Idee: Per Internetseite und kostenpflichtiger Mobiltelefon-Anwendung können Diabetiker ihre Werte erfassen, sortieren, auswerten und aufbereiten – auch für den nächsten Arztbesuch. Wichtig für die Macher: Einfach muss es sein, „vielen fehlt die Zeit, keiner will so viel Kram rumschleppen“, ist Hrassnigg überzeugt.

Der Computerfachmann betreibt sein Projekt nebenberuflich – mit dem Segen seines Arbeitgebers natürlich. Auch wenn alles schon funktioniert: Momentan laufen bei der jungen Firma im Hintergrund viele Arbeiten. Hrassnigg will die Seite und die Anwendung in möglichst vielen Sprachen verfügbar machen. Außerdem sollen Nutzer bald auch ihre Ernährungsdaten eingeben können. Das soll Diabetiker und Arzt helfen, Zusammenhänge zwischen bestimmten Nahrungsmitteln und Schwankungen beim Blutzuckerwert herzustellen. Eine Alarmfunktion erinnert auf Wunsch an die nächste Messung.

Bei der Werbung will sich der Bennigser hauptsächlich auf Mund-zu-Mund-Propaganda verlassen: „Alles andere ist aber auch für uns als kleine Firma gar nicht leistbar.“ Geschäftsführer Hrassnigg will sich auf Gespräche mit Kooperationspartnern konzentrieren; gerade erst ist in einer Diabetes-Fachzeitschrift ein Artikel erschienen.

Dass nicht nur Diabetiker und Ärzte von seiner Idee profitieren, davon ist Hrassnigg überzeugt: „Wenn sich durch die Analyse die Werte der Patienten positiv entwickeln, profitieren auch Versicherungen oder Krankenkassen.“

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