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Zu wenig Personal im Hallenbad? / Erweiterte Öffnungszeiten sollen gestiegene Nachfrage abdecken

Aufsicht vernachlässigt, um Leben zu retten

Springe (ric). Es ist der Albtraum eines jeden Schwimmmeisters, der alleine Dienst hat: Im Umkleidebereich passiert ein Notfall, ein Mensch schwebt in akuter Lebensgefahr – und niemand ist da, der währenddessen die Sicherheit der anderen Badegäste gewährleisten kann.


Gerade erst geschah es so im Hallenbad an der Harmsmühlenstraße. In den Kabinen erlitt ein Gast einen Herzanfall. Die Schwimmmeisterin kümmerte sich bis zum Eintreffen der alarmierten Rettungskräfte um das Opfer, musste währenddessen jedoch die Hallenaufsicht vernachlässigen. Die Vorgabe, die Besucher zu bitten, das Wasser vorübergehend zu verlassen und sicher zu stellen, dass die Anweisung ausgeführt wurde, sei aus Zeitmangel nicht durchführbar gewesen, heißt es bei der Verwaltung. „Lebensrettung stand an erster Stelle.“

Die Stadt will jedoch Konsequenzen aus dem Vorfall ziehen – und die Anzahl der Schwimmmeister aufstocken. Der Ausschuss für Kultur und Sport diskutiert morgen den Personalbedarf für das Bad. Hintergrund ist zudem neben der steigenden Besucherzahl der vermehrt geäußerte Wunsch, die Öffnungszeiten zu erweitern.

Zahl der Badegäste steigt deutlich an

Momentan sind drei Vollzeitkräfte mit 39 und zwei Teilzeitkräfte mit je 19,5 Wochenstunden beschäftigt – zu wenig, um den Bedarf abzudecken. Anhand der gerade veröffentlichten Statistik zeigt sich, dass die Vorjahreszahlen in den vergangenen drei Monaten deutlich unter den jetzigen liegen: Waren im April 2008 noch 6624 Schwimmgäste im Bad, erhöhte sich die Zahl im Vergleichsmonat dieses Jahres auf 8003 (plus 1379). Im März wurden 7697 Badende registriert (Vorjahr 6519), im Februar 7472 (6693). „Bei den erfreulich steigenden Besucherzahlen ist auch die Praxis, die Aufsicht am Beckenrand teilweise nur durch eine Kraft sicher zu stellen, anzupassen“, meint die Verwaltung.

Die Öffnungszeiten sollen sonnabends um eine und sonntags um fünf Stunden erweitert werden – was gleichzeitig einen weiteren Baustein für die Familienfreundlichkeit der Stadt und die Attraktivität des Bades bedeuten würde.

Im Baudezernat wird morgen ab 17 Uhr beraten, ob kurzfristig die Stelle eines Schwimmmeistergehilfen geschaffen werden kann. Im aktuellen Haushalt ist sie jedoch nicht vorgesehen.



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