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Politiker kritisieren Verkaufspläne für Philips-Fabrik / Betriebsrat: „Einer der besten Standorte“

Auch am Tag danach bleiben viele Fragen offen

Springe (mf/mari). „Die Hoffnung stirbt zuletzt“, meint Bürgermeister Jörg-Roger Hische mit Blick auf die Zukunft des Springer Philips-Standortes. In der Politik hat die Absicht des Unternehmens, die Fabrik verkaufen zu wollen (wir berichteten), große Sorge ausgelöst.

Unsichere Zukunft: das Philips-Werk in Springe. Foto: ric

„Wir sind alle sehr betroffen“, sagt Hische, der unverzüglich den Verwaltungsausschuss über die Pläne informiert hat. „Wir setzen nun darauf, dass sich ein Investor findet.“ Die Stadt werde alles Erdenkliche tun, um den Prozess zu begleiten. Dazu gehöre auch, bei der N-Bank Möglichkeiten einer Förderung auszuloten.

Mit Unverständnis reagierte SPD-Unterbezirksvorsitzender Matthias Miersch. Er wolle sich sofort in die Sache einschalten, kündigte der Bundestagsabgeordnete an. „Wir dürfen Philips nicht einfach so ziehen lassen.“ Die pauschale Aussage, der Standort sei nicht effizient genug, reiche als Begründung nicht. „Wir müssen Philips klar machen, dass Springe mehr Vor- als Nachteile bietet.“

Die Nachricht habe sie völlig überrascht, gesteht die Landtagsabgeordnete Gabriela Kohlenberg (CDU). „Ich hatte gehofft, das Thema sei mit dem letzten Stellenabbau vom Tisch.“ Doch offenbar sei das nun „der Versuch, hier ganz dicht zu machen“.

„Warum ausgerechnet Springe?“ Eine Antwort auf diese Frage sucht Betriebsratsvorsitzender Joachim Kasper noch immer. Im Vergleich der acht Philips-Werke in Europa gehöre der Standort am Deister „zu den Besten“, so Kasper. „Wir liegen über den Sollzahlen.“ Für Kasper besonders frustrierend: Seine Kollegen hätten bei den Entlassungswellen in den vergangenen Jahren immer wieder gezeigt, wie flexibel, leistungs- und vor allem leidensfähig sie sind.

Bei einer Gesamtbetriebsratskonferenz am Mittwoch in Hamburg will Kasper vor die Geschäftsführung treten. „Wir müssen erfahren, ob Philips uns nur loswerden will oder aber man es ehrlich mit uns meint.“ Außer Springe will der Konzern auch sein Werk im sächsischen Plauen verkaufen. Für den Standort werden bereits Gespräche mit möglichen Investoren geführt.



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