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Momentan werden in Springe 120 Menschen betreut / Leichter Rückgang erhofft

Asylbewerber: Stadt stößt an ihre Grenzen

Springe. Wenn Menschen aus ihrem Heimatland fliehen weil Krieg herrscht, weil sie politisch verfolgt werden oder weil die Lebensbedingungen schlecht sind, dann suchen sie häufig in Deutschland Schutz. Auch in Springe nimmt die Zahl der Asylbewerber weiter zu.

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Autor:

VON JENNIFER SCHÜLLER UND CHRISTIAN ZETT

Aktuell betreut das Springer Sozialamt rund 60 Fälle – insgesamt sind es 120 Personen, die in der städtischen Unterkunft oder in eigens angemieteten Wohnungen unterkommen.

Und: Es sind deutlich mehr als noch 2012. Damals nahm die Stadt über das ganze Jahr gezählt nur 29 Personen auf. 2013 hingegen wurde bis dato 69 Menschen Unterschlupf gewährt, die Zahl hat sich mehr als verdoppelt.

Der größten Anteil der heimischen Asylbewerber stammt aus dem ehemaligen Jugoslawien. Es sind aber auch Nationalitäten wie Syrer und Russen vertreten – ebenso wie die oft diskriminierten Roma. Ebenso vielfältig wie die Herkunft der Menschen, gestalten sich auch deren Probleme.

Laut Sozialamts-Chef Karl-Hermann Heinze stößt die Stadt bei der Unterbringung der Asylbewerber langsam an ihre Grenzen. Im Moment sei es zwar noch möglich, für alle Bewerber eine Unterkunft zu finden – wenn die Bewerberzahlen jedoch auch im nächsten Jahr weiter steigen sollten, dann könnte es problematisch werden. Spätestens dann müsse man damit beginnen, sich Gedanken über Alternativen zu machen. In der Einrichtung Im Reite selbst sei derzeit beispielsweise nur noch ein Einzelzimmer frei, so Heinze.

Hoffnung macht ihm eine leichte Senkung des Pflicht-Kontingents, das Springe jedes Jahr aufnehmen muss. Der von CDU-Ratsherr Christoph Rohr ins Gespräch gebrachte Wiedereröffnung der Unterkunfts-Außenstelle in Bennigsen erteilte Heinze daher vorerst eine Absage. Er rechnet ohnehin damit, dass den meisten Flüchtlingen vom Balkan kein Asyl gewährt werde. Ganz im Gegenteil zu den Syrern: Für sie ist die Stadt in der Regel nach drei Monaten nicht mehr zuständig. Dann übernimmt das Jobcenter die Betreuung und hilft den frisch anerkannten Flüchtlingen bei der Jobsuche.

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