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Arvato prüft Callcenter-Sparte

SPRINGE. Mitarbeiter des Arvato-Standortes in Springe dürften derzeit um ihre Zukunft bangen: Der Mutterkonzern Bertelsmann hat bereits zu Beginn des Jahres angekündigt, sich von seinem Geschäft mit Call-Centern trennen zu wollen.

Wie geht es für den Arvato-Standort in Springe weiter? Bis Ende des Jahres soll eine Entscheidung fallen. FOTO: MISCHER
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Ralf T. Mischer Redakteur zur Autorenseite

Am Standort Springe sind laut Bertelsmann-Pressesprecher Jan Hölkemann 117 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt. Arvato CRM Solutions, also die Sparte der Bertelsmann-Tochter, deren Verbleib im Unternehmen geprüft wird, „erarbeitet am Standort am Grasweg in Springe Dienstleistungen für Kunden aus den Bereichen E-Commerce, IT-Hightech und Travel“, sagt der Sprecher. Dabei handelt es sich vorwiegend um Telefon-Dienste: Die Mitarbeiter sitzen am Telefon und beantworten Verbraucherfragen.

Genau diese Call-Center-Sparte steht nun zum Verkauf. Laut Branchenportal Meedia stößt das Angebot bei Investoren auf breites Interesse. Der Sprecher versichert aber, dass der Prozess der Prüfung noch andauere. „Wir rechnen mit einem Ergebnis voraussichtlich im vierten Quartal 2018“ – also frühestens Oktober. Folgen eines möglichen Verkaufs oder anderer Veränderungen für einzelne Standorte seien bis dahin noch nicht absehbar.

Dass sich das Unternehmen in Folge der Umstrukturierung von Mitarbeitern trennen wird, steht für Branchenkenner außer Frage – egal, ob es zu einem Verkauf oder zu einer Kooperation kommt. Bereits nach Bekanntgabe der Pläne hatte Arvato im Mai angekündigt, Callcenter in Ostdeutschland schließen zu wollen: 950 Mitarbeiter verlieren ihren Job. Die Schließungen allerdings, beteuerte das Unternehmen, hätten nichts mit dem geplanten Verkauf zu tun. Tatsächlich ist es durchaus üblich, Geschäftsfelder durch Sanierungsmaßnahmen profitabler und für Erwerber attraktiver zu machen: Wer Standorte schließt, senkt Kosten, erhöht den Gewinn – und damit den Preis.

Bertelsmann-Vorstandsvorsitzender Thomas Rabe hatte bereits kurz nach Bekanntgabe der Verkaufsabsichten betont, dass sich das Unternehmen „der Verantwortung für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in diesem gesamten Prozess bewusst“ sei.

Bei der Stadt schaut man mit Sorge auf die Entscheidung, die beim Bertelsmann-Firmensitz in Gütersloh getroffen wird. „Jede Reduzierung unserer Gewerbe-Betriebe tut weh – nicht nur mit Blick auf die Gewerbesteuer, sondern auch auf die Arbeitsplätze“, sagt Vize-Rathauschef Clemens Gebauer. Infolgedessen habe man „großes Interesse daran, dass der Standort in Springe bestehen bleibe.



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