weather-image
Springfeld siegt: Szenen eines unglaublich spannenden Wahlabends

Applaus für den neuen Bürgermeister

Springe. Der FDP-Politiker Christian Springfeld wird neuer Bürgermeister der Stadt Springe. Der 38-Jährige hat am Sonntagabend die Stichwahl mit zehn Prozentpunkten Vorsprung vor seinem Eldagser Gegenkandidaten Ralf Burmeister für sich entschieden.

Springfeld

Autor:

VON Marc Fügmann und CHRISTIAN ZETT

Es ist 18.55 Uhr, als der amtierende Verwaltungschef Gerd-Dieter Walter das Bürgermeisterzimmer betritt, in der Hand einen Strauß gelber Tulpen. Mehr als eine Stunde haben die beiden Bewerber hier schon gemeinsam mit Familie und Freunden ausgeharrt und auf einem großen Bildschirm jede neue Auszählungsrunde verfolgt. Alle Augen richten sich nun auf Walter, der das vorläufige Endergebnis verkündet: 55 Prozent für Springfeld, 45 Prozent für Burmeister.

Jubel brandet auf, dann Applaus. Springfeld strahlt übers ganze Gesicht, als Walter ihm die Blumen in die Hand drückt und gratuliert. Da hat Ehefrau Hanna Springfeld ihren Mann bereits umarmt und geküsst – nicht zum letzten Mal an diesem Abend.

Burmeister, der die halbe Stunde zuvor mit versteinerter Miene auf den Monitor gestarrt hat, erweist sich als fairer Verlierer, schüttelt dem Gewinner als Zweiter die Hand. „Ein großartiges Ergebnis – klasse“, lobt er. Die Enttäuschung über die eigene Niederlage kann er dabei nicht ganz verbergen.

Springfeld kann es noch immer nicht fassen – er ist der große Gewinner dieses Wahlsonntags. Der Bennigser, der mit seiner Familie erst seit neun Jahren in Springe lebt, hat für eine Sensation gesorgt. Vor wenigen Wochen noch kannte kaum jemand seinen Namen.

„Das ist ein Riesengeschenk“, gesteht er sichtlich bewegt. Noch oft an diesem Abend wird er von seinem „Traumjob“ sprechen. Antreten wird er diesen voraussichtlich in gut einer Woche. Am Donnerstag tagt der Wahlausschuss, um das amtliche Endergebnis festzustellen. Freitag wird Verwaltungs-Vize Walter den Sieger schriftlich zur Annahme der Wahl auffordern. Das dürfte am 8. Februar geschehen. Von dem Augenblick an ist Springfeld offiziell Bürgermeister. Die Vereidigung soll am 18. Februar in einer Sondersitzung des Rates erfolgen.

Um 18.17 Uhr durfte er das letzte Mal am Sieg schnuppern: 82,5 Prozent in Eldagsen für CDU-Kandidat Ralf Burmeister, knappe Führung in der Gesamtstadt. Danach lag er zurück: Es war es der Abend von Christian Springfeld, vom künftigen Bürgermeister der Stadt Springe. Als Außenseiter ins Rennen gegangen, hat sich der gelernte Finanzwirt und IT-Fachmann in Landesdiensten in zwei Wahlgängen ins Rathaus katapultiert.

„Ich habe mich bemüht, authentisch zu bleiben und konnte offenbar mit meinen Wahlkampfthemen überzeugen“, analysierte der strahlende Sieger noch im ersten Freudentaumel. „Die Mehrheit der Wähler hat die Dinge genau so gesehen wie ich.“

Im Laufe des Wahlkampfes habe er von Tag zu Tag mehr Unterstützung gespürt, sagt der Vater von vier Kindern im Alter zwischen drei und neun Jahren. Auch sein Bekanntheitsgrad sei rapide gestiegen. Habe er sich zunächst noch immer mit Namen vorstellen müssen, seien zum Schluss immer öfter Menschen aktiv auf ihn zugekommen, weil sie ihn erkannt hätten. „Manche sind auch nur an meinem Wahlkampfstand vorübergegangen und haben anerkennend den Daumen hoch gemacht“, erzählt er schmunzelnd.

Nicht zum Schmunzeln zumute war am Abend CDU-Mann Burmeister. Seine Rechnung ist nicht aufgegangen. Warum? „Das werde ich in den nächsten Tagen in Ruhe analysieren“, kündigt der Eldagsener an. „Vielleicht war es doch das Alter – vielleicht haben aber auch die Wahlempfehlungen der Verlierer des ersten Wahlgangs den Ausschlag geben“, spekuliert der CDU-Politiker. Er will sich nun zur Kommunalwahl im Herbst auch von seinem Ehrenamt als Ortsbürgermeister von Eldagsen-Mittelrode zurückziehen.

Burmeister konnte am Sonntag vor allem in seinen heimischen Gefilden punkten: der klare Sieg in Eldagsen, fast 70 Prozent in Mittelrode. Auch die benachbarten Orte Alferde und Holtensen gingen deutlich an den 58-Jährigen.

Und sonst? War Springe gestern Abend Springfeld-Land. Der Wahlsieger punktete in Völksen, in seiner Heimat Bennigsen und vor allem in der Kernstadt, wo er Burmeister mit 65,8 zu 34,2 Prozent deutlich abhängte und gleichzeitig viele wertvolle Stimmen sammeln: Allein knapp 2000 seiner 5388 Stimmen kamen von hier.

Die Wahlbeteiligung lag bei 41,2 Prozent und damit nur knapp hinter dem Wert des ersten Wahlgangs (44,2): für eine Stichwahl ein passabler Wert.



Anzeige
Weiterführende Artikel
    Kommentare

    Kontakt

    Redaktion
    Telefon: 05041 - 78932
    E-Mail: redaktion@ndz.de
    Anzeigen
    Telefon: 05041 - 78910
    Geschäftsanzeigen: Anzeigenberater
    Abo-Service
    Telefon: 05041 - 78921
    E-Mail: vertrieb@ndz.de
    Abo-Angebote: Aboshop

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt