weather-image
14°

Apfeldorn-Pflanzen müssen vermutlich gefällt werden

VÖLKSEN/SPRINGE. Der Name klingt ziemlich nett: Aber der Bienenprachtkäfer ist für die Apfeldornbäume in Springe mittlerweile zu einem Albtraum geworden. „Die Larven des Käfers bohren sich durch die Rinde in den Baum und zerstören dort das Kambium“, weiß Helmut Schorsch, Baumexperte bei der Stadtverwaltung.

Helmut Schorsch untersucht mit einem Splintmesser die Rinde eines Apfeldorns an der Bürgermeister-Peters-Straße. FOTO: MISCHER
Mischer

Autor

Ralf T. Mischer Redakteur zur Autorenseite

Und das Kambium ist so etwas wie die Lebensader der Bäume, ist es beschädigt, wird der Baum nicht mehr richtig mit Wasser und Nährstoffen versorgt und stirbt ab.

Betroffen davon sind Apfeldornbäume in Völksen an der Straße In den Erdbeergärten und in Springe an der Bürgermeister-Peters-Straße. Besonders aktiv sind die Prachtkäferlarven, wenn die Witterung heiß und trocken ist – weshalb sie die Bäume in diesen Tagen massiv schädigen. „Die Rinde ist durch das trockene Wetter ausgetrocknet, der Baum produziert nicht genug Harz, um sich zu schützen – und ist deshalb besonders leicht angreifbar“, erläutert Schorsch.

Einigen Bäumen sieht man regelrecht an, dass sie krank sind: Die Krone ist kahl, die Blätter sind welk und braun und etliche Äste sind bereits abgestorben. So weit ist es noch nicht bei allen Pflanzen, aber der Baum-Experte hat wenig Hoffnung: Immerhin ist mittlerweile fast jeder Baum befallen, wie eine Untersuchung der Rinden ergeben hat.

Tätig werden kann die Stadt nicht gegen den intensiven Befall der Schadinsekten. Denn der Birnenprachtkäfer auch unter dem Namen Blitzwurm oder Obstbaumprachtkäfer bekannt, ist streng geschützt. Das hindert das schlanke, knapp einen Zentimeter große, metallisch grün bis kupferfarben gefärbte Insekt nicht daran, sich munter durch den städtischen Baumbestand zu fressen.

Schorsch geht davon aus, dass im Herbst erste Bäume gefällt oder zumindest zurückgeschnitten werden müssen. Das geht aber nur, wenn keine Käferlarven mehr darin leben – geschützt ist eben geschützt. Er will den Zustand der Pflanzen weiter im Auge behalten, viele Hoffnungen hegt er aber nicht.

Der Stadtmitarbeiter fürchtet, dass früher oder später Ersatzbäume gepflanzt werden müssen, weil die Weißdorne der Esslust der Käferlarven wenig entgegen zu setzen haben. Wenn neue Bäume kommen, dann wohl keine Apfeldorn- oder Weißdorn-Bäume mehr. Denn die schmecken dem Prachtkäfer einfach viel zu gut.

Übrigens: Nicht nur in Springe. Auch in Hannover haben die Käfer ganze Weißdornkolonien zerstört. Etwa am Bethlehemplatz in Linden-Limmer.



Anzeige
Weiterführende Artikel
    Kommentare
    Kontakt
    Redaktion
    Telefon: 05041 - 78932
    E-Mail: redaktion@ndz.de
    Anzeigen
    Telefon: 05041 - 78910
    Geschäftsanzeigen: Anzeigenberater
    Abo-Service
    Telefon: 05041 - 78921
    E-Mail: vertrieb@ndz.de
    Abo-Angebote: Aboshop

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt