weather-image
13°

Apfelbaummuseum soll ausgeweitet werden

SPRINGE. Er ist seinem Ziel ein kleines Stück näher gekommen: 1001 Bäume möchte Schmiedekünstler Andreas Rimkus pflanzen; alte Apfelsorten, um deren Bestand zu retten. Seit Dienstag stehen in seinem Apfelbaummuseum bereits 110 – fehlen noch 891 Pflanzen.

Unser Freund, der Baum: Rudolf Krause (von links) Heinrich Freimann, Hartmut Zeissig und Andreas Rimkus beim Pflanzen. FOTO: MISCHER
Mischer

Autor

Ralf T. Mischer Redakteur zur Autorenseite

Messebau-Unternehmer Hartmut Zeissig möchte helfen, den Rest auch zu schaffen: Mittels eigener Pflanzungen – und mithilfe des Internets.

2011 wurden die ersten 100 Bäume auf der 6400 Quadratmeter großen Fläche neben Rimkus Paradiesschmiede gepflanzt. Mit dabei ist etwa die ziemlich seltene Ananasrenette. Rimkus: „Die schmecken tatsächlich nach Ananas.“ Diese und andere Sorten will der Schmiedekünstler in seinem Museumsgarten für künftige Generationen erhalten. Zehn Bäume der Sorte Rosa Claussen hat Zeissig dafür mit seiner Famab-Stiftung, einem Zusammenschluss von Messebauer, die sich für die Umwelt engagieren, spendiert.

Auf die ersten zehn Bäume sollen weitere folgen: Zeissig plant sogar, auf dem Firmengelände in Völksen Apfel-Bäume zu pflanzen. Überdies möchte er ein Verzeichnis alter Apfelbaumsorten im Internet anlegen. Damit soll dafür geworben werden, dass auch andere Apfelfans sich seltene Sorten in den Garten stellen. Bei Rimkus stößt der Vorschlag auf viel Gegenliebe: „Optimal wäre es, wenn man sich über die Bäume informieren – und sie gleich bestellen könnte.“ Die Besitzer der alten Sorten würden dort aufgelistet und auf die Weise entstände so etwas wie eine Apfelbaumdatenbank. Allerdings haben nicht mehr viele Baumschulen die alten Arten vorrätig. Da ist langfristige Planung von Nöten. Rimkus: „Ziel ist, die Chance des Erhalts der Sorten zu sichern.“

Das begrüßt auch Rudolf Krause vom Nabu Springe. „Es gibt nur noch wenig alte Baumbestände. Aber die sind wichtig für die Artenvielfalt“, hofft der Naturschützer, dass die Bäume im Museum lange Zeit haben, um sich zu entwickeln. „Alte Bäume müssen ja erstmal groß werden.“

Die ältesten Bäume in Rimkus Museum stehen seit 2011 da. Er hofft, dass in den nächsten Jahren noch mehr folgen. Platz wäre jedenfalls genug da.

Auch Heinrich Freimann, Ratsherr und Landwirt, begrüßt die Pläne des Schmiedes und des Messebauers. „Allerdings finde ich es schade, dass man für Apfelbäume mittlerweile ein Museum einrichten muss. Früher standen die ja noch an jeder Straße.“

Anzeige
Anzeige
Weiterführende Artikel
    Kommentare