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Betroffene schalten Anwalt ein

Anwohner sauer: „Stadt geht nach Gutsherrenart vor“

Springe (col). Sie sind wütend. Und sie machen ihrem Ärger Luft – die Anwohner der Fünfhausenstraße haben sich zu einem Krisengespräch getroffen. „Die Verwaltung veralbert uns“, ruft einer der Anwesenden. Und: „Wir wollen nicht für die Versäumnisse der Stadt aufkommen,“ sagt ihr Sprecher Hans Kalusche. Die Straße soll komplett saniert werden, die Anwohner sollen kräftig mitzahlen.

Die Stadt plant die Sanierung eines Teils der Fünfhausenstraße – die Anwohner wehren sich. Foto: ric

Die Sanierung des 250 Meter langen Stückes der Fünfhausenstraße soll laut Stadt rund 660 000 Euro kosten. Der Teil, der von den 27 Parteien getragen werden soll, beträgt 260 000 Euro. Das würde für jeden Hauseigentümer durchschnittlich – je nach Größe des Grundstücks – Kosten in Höhe von 10 000 Euro bedeuten. „Das sind für uns keine Peanuts“, meint Kalusche.

Rat holten sich die Betroffenen jetzt von Verkehrsingenieur Helge Beyer. Der Experte ist der Meinung, dass eine komplette Sanierung der Straße nicht notwendig ist. Um einen vernünftigen Straßenaufbau herzustellen, würde eine Ausbaggerungstiefe von 22 bis 26 Zentimetern reichen. Das sei auch vom Ablauf viel einfacher, eine tiefe Baugrube sei unnötig. Die Verwaltung hingegen geht von 60 bis 90 Zentimetern aus, die ausgekoffert werden müssten. Beyer sagt aber auch, dass die Straße in einem kritischen Zustand sei – hervorgerufen vor allem durch starke Belastung, verursacht nicht zuletzt durch die zahlreichen Busse.

Die Anwohner bemängeln vor allem die „schlechte Informationspolitik“ seitens der Stadt. Es sei schon ein Unding, dass sie erst von den Plänen aus der Zeitung erfuhren. „Wir stören uns nicht an der prinzipiellen Beteilung an den Sanierungskosten, da wir ja auch Nutznießer der Straße sind“, sagt Kalusche. „Aber die Art und Weise, wie vorgegangen und mit uns umgegangen wird, ist seitens der Stadt sehr selbstherrlich.“ Angesichts der bevorstehenden Kommunalwahlen sei ihm dieses „Vorgehen nach Gutsherrenart“ unverständlich.

Ihr Anwalt soll nun die Frage klären, inwieweit die Stadt ihrer Unterhaltspflicht nachgekommen ist und die Trasse in einem ordnungsgemäßen Zustand erhalten hatte. Notfalls will die Initiative, der sich bis auf vier Parteien alle Anwohner angeschlossen haben, auch vor Gericht ziehen. Ihr nächster Schritt ist die Prüfung eines Beweissicherungsverfahrens. Dafür bestellt das Gericht ein Gutachten, welches den Zustand und damit die nötigen Sanierungsmaßnahmen feststellen soll. „Damit haben wir einen besseren Stand, als wenn wir selbst einen Gutachter engagieren, da würde dann wieder unsere Aussage gegen die der Stadt stehen“, erklärt Kalusche. Denn wer da gewinne, sei ja von vornherein klar.



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