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Anwohner enttäuscht: Stadt lässt Holzbrücke abreißen

SPRINGE. Peter Klinger ist enttäuscht: Anfang der Woche wurde die Holzbrücke, die an der Mozartstraße über die Haller führt, abgerissen. Die Stadt hat damit einen Beschluss des Ortsrats umgesetzt. Den Anwohner Klinger schade findet: „Für die neuen Baugebiete ist auch mit diesem naturnahen Fußweg geworben worden.“

Die Mozartstraßen-Brücke aus Holz ist weg – Ersatz gibt es nicht, das hat der Ortsrat 2013 so beschlossen. FOTO: HELMBRECHT
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Saskia Helmbrecht Redakteurin zur Autorenseite

Jetzt endet der parallel zur Mozartstraße verlaufende Fußweg im Nichts. Das Problem aus Sicht der Stadt: Das Bauwerk bestand aus Eichenholz. „Nicht gerade ideal“, sagt Fachbereichsleiter Gerd Gennat. Denn die Feuchtigkeit durch den Fluss darunter sorgte dafür, dass die Balken marode wurden – die Brücke war von Kernfäule betroffen, ermittelten Experten schon vor einigen Jahren. Durch natürliche Risse im Material dringe Feuchtigkeit in das Holz ein, Pilze entstehen, die den Moderprozess unaufhaltsam in Gang setzten. „Die Tragfähigkeit war nicht mehr gegeben“, betont Gennat. Um Passanten nicht zu gefährden, wurde der Steg nun abgebaut.

Das Problem ist kein Neues. Seit 2013 beschäftigen sich Verwaltung und Politik mit mehreren Holzbrücken im Stadtgebiet, die von innen verfaulen. Dabei war die Brücke in der Mozartstraße gerade einmal etwa 16 Jahre alt – hätte aber für 20 000 Euro erneuert werden müssen.

Im November 2013 entschied sich der Ortsrat Springe gegen einen Neubau. Der Steg sei entbehrlich hieß es damals. Immerhin hielt der Übergang länger als gedacht: Fachleute gaben der „akut gefährdeten“ Brücke damals nur noch zwei bis drei Jahre. Gehalten hat die Konstruktion jetzt sogar etwa doppelt so lange. Und: Es ist die erste Holzbrücke im Stadtgebiet, die abgebaut wird. In der Kernstadt sind es damit noch zwei: eine am Erich-Förster-Weg in der Nähe der Deisterpassage und eine Brücke, die parallel zur Tivolistraße verläuft. Anders als bei dem Exemplar in der Mozartstraße entschied sich der Ortsrat 2013 für einen Ersatz der Tivoli-Brücke, die Überwegung am Nordwall-Spielplatz sei hingegen nicht gefährdet. Auch in den Ortsteilen sind einige Konstruktionen marode, etwa an der Flachsrotte in Altenhagen I (Sedemünder Mühlbach), aber auch die Brücke „Güldener Winkel“ in Alferde, die erst 2002 gebaut wurde.

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