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Antrag von SPD und CDU im Rat: Busnetz neu ordnen

SPRINGE. Sparen ja – aber nicht so wie in einem Gutachten vorgeschlagen: Die SPD- und CDU-Fraktion im Rat wollen bei einer möglichen Umstrukturierung des Nahverkehrsplans ein Wort mitreden. Ein entsprechender Antrag wurde von den Politikern eingereicht. Sie fordern eine komplette Neuordnung des Busverkehrs in Springe.

Die vorgeschlagenen Veränderungen zum Nahverkehrsplan der Region wollen Stadt und Politik so nicht hinnehmen. FOTO: HELMBRECHT
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Saskia Helmbrecht Redakteurin zur Autorenseite

Auch die Stadt wehrte sich in einer Stellungnahme gegen das Regiobus-Gutachten, das empfiehlt, einzelne Linien komplett einzustellen und einige Fahrten zu reduzieren. Die letzte Überarbeitung des Liniennetzes liegt jetzt mehr als 20 Jahre zurück. Mit dem Ausbau des S-Bahn-Verkehrs in Springe habe sich der Nahverkehr grundlegend geändert, schreiben die Fraktionsvorsitzenden Bastian Reinhardt (SPD) und Wilfred Nikolay (CDU) in ihrer Vorlage. Fahren die Busse nicht effizient, belaste das die Stadt über die Regionsumlage und wirke sich damit auch auf den bereits defizitären Haushalt aus. Der Vorschlag der Region, sind sich SPD und CDU einig, verschlimmere das sogar.

Zu den Sparmaßnahmen
eigenen Plan entwickelt

Aus diesem Grund legen die beiden Parteien gleich einen Vorschlag zur Neuordnung des Busnetzes auf den Tisch. Konkret geht es darin um die Linien 320, 360, 380 und 382: Drei von ihnen gelten nach Untersuchung der Region als nicht mehr wirtschaftlich (wir berichteten). „Wir dürfen keinen Ort abhängen“, betont Reinhardt.

Dass die Region sparen muss, stehe außer Frage: „Wir haben am Ende nur den Vorschlag etwas optimiert und zu den Sparideen einen eigenen Vorschlag entwickelt.“ Heißt: Linien mit sehr geringer Auslastung, die häufig fahren, müssten reduziert werden, das wissen auch SPD und CDU. „Aber es geht darum, dort zu reduzieren, wo es angebracht ist.“ So sollte etwa in allen Ortsteilen die Anbindung an einen Bahnhof erhalten bleiben. Gerade vor dem Hintergrund der Verwaltungsaußenstellen-Schließungen oder der Bankfilialen sei es wichtig, so Reinhardt, den Springern nicht auch noch den Busverkehr zu nehmen, um Ausweichstandorte zu erreichen. „Man muss immer noch von A nach B kommen. Und das gilt für Springe und alle Ortsteile.“ Auch Minderjährigen müsse es ermöglicht werden, sich in Vereinen zu engagieren – und zum Training auch mal mit dem Bus zu fahren.

Für den detaillierten Alternativvorschlag haben sich die Parteien Unterstützung von einem Experten geholt: Detlev Herzig, langjähriger SPD-Regionsabgeordneter mit dem Schwerpunkt auf dem öffentlichen Personennahverkehr, hat den Plan ausgearbeitet.

„An den Leistungskilometern soll sich nichts ändern“, sagt der Bennigser Nahverkehrsfachmann, der sich im Herbst vergangenen Jahres aus der höheren Politik zurückgezogen hat.

Das Ziel: ein dichterer Takt bei gleichzeitig geringerem Fahrzeugeinsatz. „Der Anteil bleibt gleich, die gefahrenen Kilometer werden nur umverteilt. Und damit wird das Angebot verbessert. Bei gleicher Leistung fährt man damit besser. Es geht nicht um eine Ausweitung“, erklärt der Verkehrspolitiker.

Er überlegt, eine komplett neue Linie zu schaffen – und zwar von Eldagsen nach Völksen zum Bahnhof über die Bundesstraße 217 zur Osttangente. Weiter soll es dann zum Schulzentrum und zum Wisentgehege wieder zurück nach Völksen gehen. „Das wäre eine Art Ringlinie.“ Gleichzeitig bestünde alle 30 Minuten eine Anbindung an den Zug in Völksen. Über die neue Linie würde Alvesrode an Springe und Völksen angebunden sein und das Einkaufszentrum an der Osttangente bedient werden. „Für die Linie 385 über Holtensen, Alferde und Eldagsen würde dadurch aber schon eine gewisse Konkurrenz entstehen“, räumt Herzig ein.

Andere Linien müssten dafür aber auch weichen. So würde etwa die Strecke zwischen Steinkrug und Völksen (Linie 382) wegfallen. Dafür würde der Bus zwischen Wennigsen und Bennigsen nach Lüdersen und Gestorf und wieder nach Wennigsen fahren, überlegt Herzig. Auch der Bus, der direkt zwischen Springe und Eldagsen unterwegs ist, könnte gestrichen werden. „Konkret muss das die Region prüfen.“

Herzig befürchtet, dass seine Neuplanung abgelehnt wird. „Die Region steht gerade unter großem Zeitdruck, das alles ist äußerst kurzfristig.“ Denn eigentlich müssten die betroffenen Kommunen sofort eine Rückmeldung geben. Die Stadt hat daraufhin schnell mit einer Stellungnahme reagiert. „Doch genau diese Forderungen wurden schon einmal von der Region abgelehnt. Da besteht wenig Chance auf Erfolg, wenn man nur alte Forderungen wieder auf den Tisch legt, davon wird es nicht besser.“

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