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Bundestagsabgeordneter Matthias Miersch (SPD) erklärt Schülern seinen Job als Profi-Politiker

Anstrengend und belastend – aber: macht Spaß

Bennigsen (st). „Stellt euch vor, ihr wäret das Parlament und müsstet über ein Solarienverbot für Unter-18-Jährige entscheiden“ – SPD-Bundestagsabgeordneter Matthias Miersch hat zu Beginn seines Besuches in der Peter-Härtling-Förderschule Bennigsen ein kleines Rollenspiel bemüht, um die Schüler gleich mitzunehmen auf eine imaginäre Reise in den Deutschen Bundestag nach Berlin. Und es hat funktioniert. Von Beginn an hingen die Kinder der neunten und zehnten Klassen an den Lippen des Profi-Politikers und löcherten ihn mit Fragen.

Die Schüler der Peter-Härtling-Schule hängen dem SPD-Bundestagsa

Der Job mache ihm einen Riesenspaß, verriet Miersch den Schülern – er wisse aber auch über die Schattenseiten zu berichten. Und einige kannten die Schüler auch aus eigener Erfahrung, obwohl sie keine jahrelange Laufbahn auf dem politischen Parkett hinter sich haben. So sei es das Schwierigste an einer Demokratie, die Mehrheitsentscheidung zu ertragen, wenn man selbst anderer Überzeugung sei, berichtete der Abgeordnete. Denn: „Er darf dann nicht einfach ausrasten“, wie eine Schülerin richtig anmerkte. Und das sei gar nicht so einfach, bekannte der Politiker. Da konnten ihm die Schüler nur zustimmen – Entscheidungen zu akzeptieren, die man doof findet, sei eine harte Sache.

Miersch kam auch auf die Fraktionsdisziplin zu sprechen, um erstaunt festzustellen, dass einige Schüler bereits den Durchblick haben, was die komplizierten Mechanismen des politischen Geschäfts angeht. Wie das mit der Arbeit in den Fachausschüssen des Bundestages läuft, das war dann für die meisten Schüler etwas Neues. „Da werden für das Parlament Entscheidungsvorschläge auf bestimmten Gebieten ausgearbeitet. Ich arbeite im Umweltausschuss“, sagte Miersch. Es gebe dann auch noch den Finanzausschuss, den Verteidigungsausschuss und einige mehr.

„Wird im Verteidigungsausschuss entschieden, ob Soldaten nach Afghanistan kommen?“, wollte ein Schüler wissen. Miersch erklärte, dass diese Entscheidung nur der gesamte Bundestag fällen kann. Und: Solch wichtige Beschlüsse, die über das Leben eines Menschen entscheiden können, seien für ihn eine große Belastung, die die Fraktionsdisziplin schon des Öfteren auf die Probe gestellt habe. So habe er auch schon abweichend von seinen Parteigenossen abgestimmt, wenn er von einer Sache überzeugt gewesen sei. Diese Möglichkeit sei schließlich im Grundgesetz verankert.

Besonders toll fand er, dass einige der Schüler in der Politik aktiv sind. Sei es im Jugendparlament der Stadt oder bei den Jugendabteilungen der Parteien. „Ihr dürft euch da nicht entmutigen lassen, eure Interessen durchzusetzen. Als Politiker braucht man Durchhaltevermögen“, gab er dem Nachwuchs mit aus den Weg.

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