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Anlieger zahlen für neue Laternen mit

SPRINGE. Wenn in den vergangenen Monaten über die wiederkehrenden Beiträge gestritten wurde, ging es fast immer um marode Straßen. Vielen Grundstückseigentümern wird aber eine unerwartete Rechnung ins Haus flattern: Die Stadt lässt sich einen Großteil der laufenden LED-Umrüstung der Laternen von Anliegern bezahlen.

Die neuen LED-Laternen – hier entlang der Otto-Wehner-Straße in Springe – müssen ebenfalls von Grundstücksbesitzern bezahlt werden. Geplant hatte die Stadt das so nicht. FOTO: MISCHER
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Christian Zett Redaktionsleiter zur Autorenseite

827 000 Euro werden in den nächsten beiden Jahren auf Bürger in allen Ortsteilen verteilt. Das geht aus Unterlagen hervor, die die Stadt auf Wunsch der Politik zusammengestellt hat. Das vierseitige Papier enthält die bis zum Jahr 2022 geplanten Straßensanierungen, die ebenfalls über das neue System abgerechnet werden.

Kurios bei den Laternen: Als die Umrüstung vor einem Jahr beschlossen wurde, hatte im Rathaus noch niemand die wiederkehrenden Beiträge auf dem Schirm. Stadt-Mitarbeiter Dirk Lucasiewski bestätigt, erst die von der Stadt eigens angeheuerten Berater, Rechtsanwälte aus Rheinland-Pfalz, hätten in Gesprächen auf die Beitragspflicht hingewiesen.

Eine Wahl, ob man die Grundstückseigentümer nun für die Laternen mitbezahlen lasse, habe die Stadt indes nicht, betont Lucasiewski: Wenn eine Investition der Satzung nach beitragsfähig sei, müsse der Beitrag auch erhoben werden.

Die 1,5 Millionen Euro teure Umrüstung auf LED-Technik hatte der Rat vor gut einem Jahr beschlossen – und parallel dazu das Aus für die Nachtabschaltung: Seitdem brennen die Laternen überall wieder durch. In diesem und im kommenden Jahr sollen 3500 der 3900 städtischen Straßenleuchten durch nachts auch je nach Uhrzeit dimmbare LED-Lampen ausgetauscht werden.

Die Verwaltung hatte zuvor ausgerechnet, dass sich die Anschaffung der neuen Laternen nach etwa zehn Jahren durch geringere Stromkosten rechnet. Ein Zeitraum, der jetzt durch die finanzielle Beteiligung der Bürger wesentlich schneller eintreten wird, bestätigte gestern Bürgermeister Christian Springfeld.

In diesem Jahr sollen zunächst in Springe und Bennigsen die Laternen erneuert werden. Vor einigen Tagen haben die Arbeiten begonnen. Am Ebersberg sind die Laternen beispielsweise schon in mehreren Straßen ausgetauscht.

Alle anderen Ortsteile sind dann im kommenden Jahr dran. 2019 wird die Stadt, wie berichtet, auch die ersten Rechnungen für die neuen wiederkehrenden Beiträge verschicken – und da stehen dann auch schon die Straßenlaternen drauf.

Wer wie viel zahlt, hängt zum einen von den im Abrechnungsbereich entstehenden Gesamtkosten ab – aber eben auch von der individuellen Grundstücksgröße. Grundsätzlich lässt sich in Sachen LED-Laternen sagen: Die Pro-Quadratmeter-Kosten sind in Holtensen mit Abstand am höchsten: Für ein 800-Quadratmeter-Grundstück mit zweigeschossigem Haus (25 Prozent Zuschlag) werden in Holtensen für das Jahr 2019 142,70 Euro fällig. Die gleiche Konstellation nebenan in Eldagsen kostet nur 67 Euro.



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