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Ankommen leicht(er) gemacht

Springe/Völksen. Hilfe für Einwanderer: Um Flüchtlingen oder bereits länger in Springe lebenden Asylbewerbern den Start in ein neues Leben zu erleichtern, hat die Völksener Johannesgemeinde Bürger jetzt über einen Integrationslotsen-Kurs informiert. Die Stadt sowie die Volkshochschule Calenberger Land wollen ihn anbieten. Er soll Zugewanderten helfen, sich zurechtzufinden und das ehrenamtliche Engagement – insbesondere von Menschen mit Migrationshintergrund – fördern.

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Behördengänge, Einkäufe und Anmeldungen an Schulen oder Kindergärten – es gibt eine Menge Angelegenheiten, um die sich Migranten kümmern müssen, wenn sie nach Deutschland kommen. Sich im Dschungel der Bürokratie zurechtzufinden, ist eine echte Herausforderung. Allerdings kann auch ein simpler Einkauf schon zum Kraftakt werden, wenn man die deutsche Sprache noch nicht beherrscht.

Rund 20 Personen aus Völksen und den übrigen Springer Ortsteilen waren am Mittwochabend im Völksener Gemeindehaus zusammengekommen, um mehr über dieses Angebot zu erfahren. Nadja Heinrichs von der VHS gab einen Überblick über die Details der Ausbildung.

In dem 50-stündigen Kurs sollen wichtige soziale und kommunikative Kompetenzen gefördert und Kenntnisse über Integrationsabläufe vermittelt werden. Dazu gehört auch der Punkt Selbstreflexion und die Auseinandersetzung mit Vorurteilen. Nur wer sich über seine eigene Haltung bewusst ist und für sich selbst sorgen kann, könne helfen, so Heinrichs.

Entscheidend für den Erfolg des Projektes sei zudem, dass möglichst auch Menschen mit eigener Zuwanderungsbiografie und Integrationserfahrung an dem Kurs teilnehmen, da sie Zuwanderern mit einem ganz anderen Verständnis entgegentreten können, da sie selbst einmal an ihrer Stelle standen. Idealerweise können sie unter Umständen sogar bei der Verständigung helfen, bis die Neuankömmlinge die Möglichkeit haben, einen Sprachkurs zu besuchen.

Und so sind auch die Einsatzfelder für Integrationslotsen sehr vielfältig. Mal können sie etwa bei Behördengängen helfen und vor Ort als „Kulturdolmetscher“ fungiere. Ebenso könnten sie aber auch bei Arztbesuchen vermitteln oder das deutsche Schulsystem erklären und etwa bei der Anmeldung von Kindern beim Ausfüllen der Formulare unterstützend zur Seite stehen.

Im Anschluss an Heinrichs’ Vorstellung des Angebotes gab die städtische Sozialarbeiterin Ursula Trommer-Kassir einen kurzen Bericht über die Flüchtlingssituation in Springe und der Ortsteile. Sie betonte dabei, dass die Ankömmlinge so schnell wie möglich Unterstützung benötigen – auch ohne, dass Freiwillige zuvor einen Integrationslotsen-Kurs absolvieren.

Gut zwei Stunden diskutierte die Runde schließlich über das Thema Integration. Pastor Reinhard Surendorff von der Johannesgemeinde Völksen ist begeistert von dem Engagement der Bevölkerung. „Das war ein richtig spannender Abend“, sagte er zum Schluss. Es sei vorbildlich, wie viele Menschen helfen möchten.

Und dieses Interesse ist in den vergangenen Monaten sogar noch größer geworden, so Surendorff. Bei einem ersten Treffen vor einigen Monaten hatten bereits acht Personen bestätigt, einen Integrationslotsenkurs besuchen zu wollen. Damals hakte es allerdings noch bei der Teilnehmerzahl, denn eine solche Ausbildung kann erst ab mindestens zehn Teilnehmern angeboten werden.

Dieses Problem wird es nun vermutlich nicht mehr geben. Vielmehr gibt es mittlerweile so viele Interessenten, dass gleich zwei Kurse voll belegt wären. „Wir haben jetzt 20 Leute zusammen, die einen Integrationslotsenkurs machen wollen“, sagt Surendorff.

Die Volkshochschule Calenberger Land arbeitet deshalb nun auf Hochtouren, um möglichst schnell ein solches Seminar in Springe an den Start zu bringen.

Derzeit wird dabei der Zeitraum Juni/Juli angepeilt. „Wir hoffen aber, vielleicht schon eher anfangen zu können“, sagt Nadja Heinrichs.jes



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