weather-image
Windkraft-Gegner aus Mittelrode laden Politiker zur Feldbereisung ein – und weisen auf vielfältige Gefahren hin

Angst um eine einzigartige Landschaft

Mittelrode. Schön sei sie, die Landschaft, „harmonisch, weich und ohne Kanten“. Das findet nicht nur Heide Reith. Zusammen mit anderen Einwohnern aus Mittelrode hat die Gegnerin der Windkraftpläne gestern eine umfangreiche Bereisung angeboten – und auf die zu erwartenden Belastungen für Mensch und Natur hingewiesen.

270_008_6552674_mittelrode1.jpg

Autor:

Markus Richter

Heinrich Korthöber steuerte seinen Trecker über Feldwege. Auf dem Hänger: Politiker von Region, Rat und Fachausschuss. Und die bekamen nicht nur den Fahrtwind, sondern auch dezidierte Informationen um die Ohren. Mirko Krakow etwa wies auf die „technogene Überprägung“ rund um das Dorf hin: Kreisstraßen, Bahntrasse, Flugverkehr, Hochspannungsleitungen und eben jene Windräder, die schon jetzt ringsum verteilt sind. „Mittelrode würde sich mitten in einem Windenergiefeld wiederfinden“, meinte Krakow im Hinblick auf das Vorranggebiet, dass im Zuge des Regionalen Raumordnungsprogrammes entstehen könnte – und das von einer Initiative aus Eldagsen maßgeblich gefördert wird. In nur einem Kilometer Entfernung würden sich die ersten Rotorblätter drehen – deutlich höher zudem als bei bisherigen Anlagen. Gerhard Freimann, der die Gegenbewegung maßgeblich angeschoben hatte, forderte einen besonnenen Umgang mit Anlagen der erneuerbaren Energien. „Wir sind nicht dagegen – aber es muss mit Augenmaß geschehen.“

Der Mensch werde leiden, ist auch Antje Erdmann überzeugt. Sie verwies auf die gesundheitlichen Beeinträchtigungen durch Schallwellen. „Die können von keiner Betonmauer gedämmt werden.“ Blinkfeuer, Schlagschatten und eben jene monotonen Geräusche – „dagegen kann man sich gar nicht wehren.“ Als die Gruppe am Medefelder Berg stoppte, wo bereits 14 Räder stehen, drehte sich zwar keines der großen Rotorblätter. Dennoch verdeutlichte der Mittelröder Jörg Reith, wie die Geräusche entstehen, wenn sich die Flügel mit 250 Stundenkilometern drehen. „Wir hören das von hier in Mittelrode manchmal stundenlang.“ Mit mehr Belästigung sei definitiv zu rechnen, wenn das Gebiet zwischen seinem Wohnort und Eldagsen freigegeben wird: „Die Anlagen sind schnell gewachsen in den letzten Jahren.“

Als Vertreter des Springer Nabu machte abschließend Rudolf Krause in Höhe des Naturschutzgebietes Ziegeunerwäldchen deutlich, dass das Vorhaben „erhebliche Auswirkungen“ haben werde: Das Tal sei unter anderem ein wichtiger Kanal für Zugvögel und Beuterevier des Rotmilans. „Die Vögel werden sich von hier zurückziehen“, ist der Naturschützer überzeugt. Ein solches Gelände wie das immerhin 40 Hektar große „Wäldchen“ sei immens wichtig fürs natürliche Gleichgewicht.



Anzeige
Anzeige
Weiterführende Artikel
    Kommentare

    Kontakt

    Redaktion
    Telefon: 05041 - 78932
    E-Mail: redaktion@ndz.de
    Anzeigen
    Telefon: 05041 - 78910
    Geschäftsanzeigen: Anzeigenberater
    Abo-Service
    Telefon: 05041 - 78921
    E-Mail: vertrieb@ndz.de
    Abo-Angebote: Aboshop

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt