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Angespannter Mietmarkt: Kaum Angebote – hohe Nachfrage

SPRINGE. Lediglich fünf Treffer bekommt man bei den großen Online-Immobilienportalen bei der Suche nach einer Mietwohnung in Springe. „Es ist katastrophal“, sagt Stefan Mehnert vom Makler „Hermann Immobilien“. Die Nachfrage nach Wohnungen ist riesig – das Angebot aber sehr gering.

Derzeit gibt es nur wenige freie Wohnungen in Springe. Foto: Helmbrecht
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Saskia Helmbrecht Redakteurin zur Autorenseite

Verzeichnete das Herrmann-Team im vergangenen Jahr 55 Vermietungen in Springe, sind es 2017 bis jetzt gerade einmal 22.

Eine Ursache könnte laut Mehnert sein, dass sich das Bestellerprinzip jetzt erst bemerkbar macht. Die Neuregelung besagt, dass derjenige die Maklerprovision zahlen muss, der den Makler bestellt hat. „Der Markt ist so gut wie leer gefegt.“ Weil es derzeit kaum freie Wohnungen zur Miete gibt, kündigen im Umkehrschluss auch immer weniger Springer ihre Verträge, weil sie keine andere Immobilie finden. „Viele rufen bei uns an oder kommen ins Büro, da müssen wir einige vertrösten“, so Mehnert. In Bad Münder sei die Lage ähnlich, aber noch etwas entspannter.

Wie es auf dem Markt aussieht, weiß auch Sven Bodem von der gleichnamigen Immobilienagentur. Es gebe wenige Objekte. „Wenn die Wohnung schön ist, energetisch saniert, mit Laminat und ein modernes Bad hat, ist das Objekt ruckzuck weg“, sagt Bodem. Aufgrund des niedrigen Zinsniveaus würden sich viele für Eigentum entscheiden. „Über die Ursachen der angespannten Lage kann ich nur spekulieren“, so Bodem. Er schließt aber wie Mehnert nicht aus, dass das Bestellerprinzip für viel Unsicherheit sorgt.

Aber auch der Verkauf sei derzeit nicht einfach, sagt die Völksener Maklerin Ellen Meyer. Gleichzeitig gibt es kaum Mietraum, der gepflegt ist. „Der Preis zieht stark an. Die Nachfrage ist hoch“, weiß Meyer. Davon sei aber nicht nur Springe betroffen, sondern die gesamte Region. „In Hannover suchen derzeit viele Menschen eine bezahlbare Wohnung, aber finden nichts. Die Konsequenz: Sie weichen auf das Umland aus“, sagt Meyer. Das wirke sich auch in Springe aus.

„Viele kommen dann zu uns“, sagt auch Immobilienmakler Stefan Raspini. Er hat derzeit keine einzige Mietwohnung in Springe im Angebot. Auch wenn er sich hauptsächlich auf den Verkauf konzentriert, stellt er auch da fest, dass der Markt angespannt ist.

Die Anzahl der Hausangebote pro Jahr ist von 186 auf 127 zurückgegangen. Gleichzeitig steigen die Ansprüche der Interessenten an Wohnungen. Außerdem wollen viele lieber in die Kernstadt ziehen. „Es macht Sinn, ein neues Baugebiet auszuweisen“, sagt Raspini. Vor zwei Monaten habe er das letzte Grundstück am Großen Graben verkauft. „Das ging sehr schnell.“ Der Druck in Springe sei größer als in Bad Münder.

„Wir beobachten die Situation, zwar nicht so intensiv wie die Makler, aber wir wollen den Markt weiterhin stärken“, sagt Gerd-Dieter Walter von der Stadt. Einen direkten Zusammenhang zu dem Flüchtlingszustrom im vergangenen Jahr, als die Stadt mehrere Wohnungen angemietet hatte, sieht er aber nicht. „Die waren erstens niedrigwertig und zweitens sind auch schon wieder welche frei“, so Walter. Im Rahmen des sozialen Wohnungsbaus führt die Stadt immer wieder Gespräche, um neue Flächen zu erschließen. So könnten zum Beispiel in der Nähe der Integrierten Gesamtschule neue Mietwohnungen entstehen.

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