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Amtsgerichts-Prozess: Schwangere Freundin misshandelt

SPRINGE. Er hat seine hochschwangere Freundin geschlagen, geschubst und sie in der Wohnung eingesperrt – und das, um an 650 Euro zu kommen. Jetzt landete der Fall vor dem Amtsgericht.

Foto: Archiv

Autor

Anne Brinkmann-Thies Reporterin

Wegen Raubs, Körperverletzung und Freiheitsberaubung hat ein Schöffengericht am Amtsgericht einen 25-Jährigen zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr und fünf Monaten verurteilt. Zudem muss er einen sozialen Trainingskurs gegen Häusliche Gewalt absolvieren.

Der junge Mann räumte ein, die Mutter seines Kindes geohrfeigt und ihr eine Kopfnuss verpasst zu haben. Den Streit und die Misshandlungen, die sich im September 2017 in der Wohnung der 23-jährigen Springerin ereigneten, hatten auch die beiden älteren Kinder des Opfers mit ansehen müssen. „Sie erzählen heute noch davon“, berichtete die junge Mutter unter Tränen in ihrer Zeugenaussage. Er habe sie geohrfeigt, gegen die Wand geworfen und ihr derart den Ellenbogen in den Bauch gerammt, dass sie zunächst keine Luft mehr bekommen habe. Ihr Freund habe auch den Türgriff von innen abgeschraubt, damit sie nicht aus der Wohnung flüchten konnte. Zudem habe er ihr das Handy weggenommen.

Entbrannt sei der Streit zunächst, als es um zwei Flaschen Bier ging, die der Angeklagte gegen den Willen der Freundin aus einem Vorrat ihres Vaters genommen hatte. „Dann sei ihr Freund aggressiv geworden“, berichtete sie. Er wollte 650 Euro von ihr haben. Diese Summe hatte er in den Kauf eines gemeinsamen Betts investiert, das das Paar, das mal getrennt, mal zusammen lebt, bestellt hatte. In der Jacke des Vaters der Springerin habe er schließlich 1100 Euro gefunden und sich davon 650 Euro genommen, sagte sie. Dieses Geld habe er geraubt, denn erst zwei Tage später sei der Kauf des Betts storniert worden und daraufhin die Summe an das Paar zurückgeflossen, begründete das Schöffengericht sein Urteil. „Die Mutter eines ungeborenen Kindes so zu behandeln ist verwerflich“, erklärte die vorsitzende Richterin. Dass der Mann die Schwangerschaft mit Tritten in den Bauch aber vorsätzlich habe abbrechen wollen, so wie es in der Anklage stand, davon ging das Schöffengericht nach der Beweisaufnahme nicht mehr aus. Nach der Attacke war die Frau ins Krankenhaus gefahren, ihrem ungeborenen Kind ging es aber gut. Den Mann, gegen den es derweil eine Gewaltschutzverfügung gibt, liebe sie aber noch immer.



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