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Amtsgericht Springe: Deutlich mehr Strafverfahren

SPRINGE. In Springe: 588 Fälle in Sachen Betreuung landeten im vergangenen Jahr allein vor dem heimischen Amtsgericht. Seit 2013 ist diese Zahl recht stabil geblieben, weiß die zuständige Mitarbeiterin Verena Klages

Beim Amtsgericht landeten 588 Betreuungsfälle. FOTO: MISCHER
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Saskia Helmbrecht Redakteurin zur Autorenseite

Es ist eine Absicherung für den Ernstfall: Jeder kann schnell in die Situation geraten, nicht mehr eigenständig über Alltägliches zu entscheiden. In einer Vorsorgevollmacht wird festgehalten, wer dann die rechtlichen Interessen wahrnimmt. Das Thema wird immer wichtiger – gerade vor dem Hintergrund, dass es immer mehr ältere Menschen gibt. Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels ist das Thema Vorsorge und Betreuung in der Öffentlichkeit angekommen. Die Aufklärung wird immer besser. Das heißt: Obwohl die Menschen immer älter werden und es somit zu mehr Verfahren kommen müsste, weil der Bedarf höher ist, sorgen gleichzeitig immer mehr Springer mit einer Vollmacht vor. „Daher bedürfen sie später keines Betreuungsverfahrens mehr.“ Um einem Anstieg der Fälle entgegen zu wirken, bietet zum Beispiel das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz online ein Formular zur Vorsorgevollmacht zum Herunterladen an. Auch das niedersächsische Landesjustizportal stellt Merkblätter und Ausfüllhilfen auf ihrer Internetseite zur Verfügung, so Klages.

Aber nicht nur das Thema Betreuung spielt beim Amtsgericht eine wichtige Rolle: Ein Blick in die Jahresbilanz der Einrichtung zeigt, dass die Grundbucheintragungen stark zugenommen haben: Waren es 2015 noch 1042 Fälle, ist die Zahl 2016 auf 1216 gestiegen. Der Grund: die zahlreichen neuen Baugebiete, vor allem in Pattensen, wo das Amtsgericht Springe ebenfalls zuständig ist. „Die Grundbuchsachen werden durch die Rechtspfleger bearbeitet. In dieser Zahl sind nur die Verfahren abgebildet, die Eigentumswechsel betreffen“, sagt Klages.

Auch wurde im Amtsgericht wieder mehr gestritten, angeklagt und verteidigt: Die Anzahl der Strafverfahren ist von 186 auf 228 Fälle gestiegen – ein deutliches Plus. Kleinere Ordnungswidrigkeiten, wie etwa das Bedienen eines Handys während der Autofahrt, werden allerdings gesondert gezählt und sind in dieser Zahl nicht enthalten. Dafür wurden weniger Zivilprozesse in Springe geführt. Seit 2013 sinkt die Zahl auf mittlerweile 421 Verhandlungen. Annähernd gleich geblieben ist die Anzahl der Prozesse in Familiensachen: 304 dieser Streitigkeiten landeten im vergangenen Jahr auf dem Tisch der Richter.



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