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Amtsgericht: Hohe Rendite ist eine Luftblase

SPRINGE. Es klang verlockend: Eine Rendite von zehn Prozent hatte ein Springer Rentner zwei Klienten für ihre Geldeinlagen versprochen. Doch statt des erhofften Geldsegens stehen zwei Hannoveraner heute mit leeren Händen da.

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Autor

Anne Brinkmann-Thies Reporterin

Der Springer, so die Anklage der Staatsanwaltschaft, habe niemals vorgehabt, deren Geld gewinnbringend anzulegen. Er wollte sich stattdessen seinen eigenen Lebensunterhalt finanzieren. Ein Prozess vor dem Amtsgericht, der jetzt in die erste Runde gegangen ist, wurde für weitere Ermittlungen ausgesetzt.

Einer der Geschädigten, ein 57-jähriger Hannoveraner, hatte dem Angeklagten 10 000 Euro überlassen. Nach einem Jahr, so das Versprechen, sollte er dann 11 000 Euro ausgezahlt bekommen. Der Termin verstrich, der Springer verlängerte das Versprechen um ein weiteres Jahr und weiteren 1000 Euro Zuwachs. Doch der Hannoveraner erhielt bis heute keinen Cent. „Ich war extrem naiv“, räumte der Mann in seiner Zeugenaussage ein. Doch der Angeklagte, der viele Jahre seine Versicherungen betreut habe, sei ihm am Telefon immer „preußisch-korrekt“ vorgekommen. „Als er dann dieses außergewöhnliche Angebot unterbreitet hat, habe ich angenommen“, berichtete der Akademiker. Der Springer habe ihm erläutert, dass er das Geld bei einem Anleger gewinnbringend arbeiten lassen könne. Für seine 10 000 Euro habe er eine Einlagenquittung mit dem Namen des Angeklagten bekommen. Doch der widersprach heftig: „Wie bescheuert müsste ich sein, eine Einlagenquittung auszustellen. Wenn ich vorgehabt hätte, die Leute zu betrügen, hätte ich eine andere Form gewählt.“

Er habe vielmehr selbst eigenes Geld in die Anlageform investiert. Insgesamt 40 000 Euro Einlage sollten ein Jahr später satte 55 000 Euro erbringen. Weil er selbst aber nur 25 000 Euro bereitstellen konnte, habe er weitere 15 000 benötigt. 10 000 kamen von dem 57-jährigen Akademiker, weitere 5000 von einer Hannoveranerin. Wie die Anlageform heißt, wollte der Mann auf Nachfrage der Strafrichterin nicht sagen. Im Laufe der Verhandlungen fiel aber doch ein Name, sodass die Staatsanwaltschaft nun weiter ermitteln kann. Kritik an der Ermittlung der Staatsanwaltschaft kam vom Angeklagten selbst. So stand in der Anklageschrift eine falsche Bankverbindung. Und auch sein Einkommen sei höher als dort angegeben. Damit wollte der Mann, der eine eidesstattliche Erklärung abgegeben hat, dem Eindruck entgegentreten, er sei ein vermögensloser Rentner. Der Mann räumte ein, dass er für den Verlust des Geldes der beiden Hannoveraner verantwortlich sei. „Sobald ich wieder Geld habe, kriegen sie es wieder“, kündigte er an.



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