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Am Mittwoch beginnt die „Potato Europe“ in Bockerode

MITTELRODE. Igel finden kein Futter mehr, Landwirte kämpfen mit massiven Ernte-Einbußen und Bäume verdursten: Der trockene Sommer hat Spuren hinterlassen. Auch bei der Freilandausstellung „Potato Europe“ kämpfen die Organisatoren gegen die Folgen.

Gestern herrscht auf dem Gelände noch reges Treiben, heute können die Besucher schon ab 9 Uhr über die Messe schlendern. FOTO: MISCHER
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Saskia Helmbrecht Redakteurin zur Autorenseite

„Wir haben in diesem Jahr besonders Probleme mit dem Staub auf dem Gelände, weil es so lange trocken war, das macht die Bodenbearbeitung zu einer besonderen Herausforderung“, sagt Landwirt Friedrich Henkels.

Bei der Messe, die am Mittwoch und Donnerstag auf dem Rittergut Bockerde stattfindet, müssen also die Besucherbereiche tagsüber mehrfach bewässert werden, damit nicht noch mehr Staub über das Gelände fegt. „Es ist jedes Mal spannend, gerade jetzt ist noch richtig viel los“, so Henkels. Dienstagnachmittag wurden noch die Kartoffelroder für die Vorführungen eingestellt, berichtet Henkels. Aber: Die Trockenheit sei ihm immer noch lieber als Regen. Wegen Sturm und Regen musste im vergangenen Jahr bei der gleichen Messe in Holland ein Tag komplett abgesagt werden. Und wegen des schönen Wetters rechnet Henkels am Mittwoch und Donnerstag mit noch mehr Besuchern. Firmen aus den USA und Südamerika sind vertreten, um über aktuelle Trends zu informieren und selbst Neuerungen kennenzulernen, die Besucher kommen sogar aus Asien zum Rittergut.

Sein persönliches Highlight und Geheimtipp auf der Kartoffelmesse: ein LKW, der auf Raupenlaufwerken fährt und somit auch bei Regen über die nassen Felder gefahren werden kann. „Das ist schon spektakulär und technisch sehr beeindruckend.“ Immerhin ist ab Mittwoch Europas größter Maschinenvorführung für Kartoffeltechnik zu sehen.

Henkels selbst wird an beiden Tagen im Dauereinsatz sein und sich vor allem um die Bewässerung kümmern. „Aber ich gebe auch Hilfestellung für alle, organisiere Handwerker oder, wenn wir Maschinen stellen müssen, um etwas zu richten“, so Henkels. Gleichzeitig sei er auch Ansprechpartner für einige Besucher und Organisatoren.

Die Messe findet alle vier Jahren in Bockerode statt – ob die Ausstellung auch 2022 wieder auf dem Rittergut zu sehen ist, bleibt noch offen. Die Standortfrage entscheiden einige Experten der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG), die die Messe organisiert. Neben Deutschland findet die Messe im Wechsel in Frankreich, Belgien und den Niederlanden statt.

„Es macht Spaß und ich wäre bereit, es noch mal in Bockerode zu machen, und es läuft hier einfach.“ Er freue sich besonders auf die vielen, interessanten Gespräche mit den Besuchern. „Und: Für zwei Tage werden die Landwirte dann doch aus ihrem sonst eher einsamen Alltag herausgerissen“, sagt Henkels mit einem Schmunzeln.

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