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Am Fluchtauto klicken die Handschellen

GESTORF. Ihr Einbruch in ein Gestorfer Wohnhaus im März hat drei junge Männer direkt in Untersuchungshaft geführt. Jetzt standen sie vor dem Jugendschöffengericht in Springe.

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Autor:

von anne brinkmann-thies

GESTORF. Ihr Einbruch in ein Gestorfer Wohnhaus im März hat drei junge Männer direkt in Untersuchungshaft geführt. Jetzt standen sie vor dem Jugendschöffengericht in Springe und wurden zu Strafen zwischen sieben und neun Monaten verurteilt – allerdings ausgesetzt zur Bewährung.

Die Männer wurden von einer Bewohnerin auf frischer Tat ertappt. Sie flüchteten mit einer Beute in Höhe von rund 1000 Euro aus dem Haus. Zwei waren gerade bei ihrem Fluchtauto angekommen, als die Handschnellen klickten: Polizisten empfingen das Duo passgenau.

„Als wir zu dem Tatort fuhren, sahen wir zwei Männer, die in Richtung Calenberger Straße über einen Graben sprangen“, berichtete ein Polizeibeamter in seiner Zeugenaussage. Der dritte Dieb sollte offenbar den Wagen fahren. Er wartete bereits im Auto auf seine Komplizen.

„Wären wir nur wenige Sekunden später eingetroffen, wären die Täter sicher weg gewesen“, waren sich die Beamten sicher. Das geparkte Fluchtauto hatte einen kleinen Verkehrsstau auf der Calenberger Straße ausgelöst. Die Polizisten waren an der Schlange vorbeigefahren und hatten sich mit ihrem Streifenwagen so vor das Fluchtauto gestellt, dass das Trio nicht entkommen konnte. In dem Fahrzeug fanden die Beamten dann das Geld sowie mehrere Handys.

Die drei jungen Männer im Alter zwischen 20 und 34 Jahren waren in der Mittagszeit in das Haus eingedrungen; mit einem einfachen Schraubenzieher hebelten sie die Terrassentür auf. Ein Täter hatte ein Taschenmesser bei sich. Das habe er nicht bewusst bei sich getragen, ließ der 32-jährige Angeklagte über seinen Verteidiger erklären. Für das Jugendschöffengericht eine Schutzbehauptung: Es verhängte gegen den Mann wegen Diebstahls mit einem gefährlichen Werkzeug eine Bewährungsstrafe, die zwei Monate über der für seine Komplizen liegt.

Alle drei Männer räumten über ihre Anwälte den Einbruch ein und entschuldigten sich für die Tat. Dem Verlauf der Verhandlung folgten sie mithilfe von zwei Dolmetschern. Alle drei wollen nun so schnell wie möglich in ihre Heimat Albanien zurück, ließen sie über ihre Verteidiger erklären. Zwei von ihnen könnte das gelingen, denn das Jugendschöffengericht hob den Haftbefehl gegen den 20-Jährigen und den 34-Jährigen auf.

Ihr Komplize hingegen wurde nach der Verhandlung in die Justizvollzugsanstalt Sehnde zurückgebracht. Dort muss der Mann noch zwei Wochen eine Ersatzfreiheitsstrafe verbüßen, da er eine wegen Diebstahls verhängte Geldstrafe nicht gezahlt hatte.



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