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Am Ende doch schneller als geplant: Aufzüge am Springer Bahnhof laufen wieder

Am Ende ging es doch schneller: Die beiden erneuerten Aufzüge am Springer Bahnhof sind seit dieser Woche fertig. Bisher war die Bahn davon ausgegangen, dass sich der Austausch bis zum Oktober hinzieht. Wir erklären, warum es zwischenzeitlich so viel Wirbel um das Projekt gab. Und was der Umbau gekostet hat.

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Marita Scheffler Redakteurin zur Autorenseite
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Die rund 20 Jahre alten Fahrstühle fielen in den vergangenen Jahren immer häufiger aus, weswegen die Beschwerden aus Springe zunahmen. Die Baumaßnahme startete Ende Januar. Erst wurde eine Inbetriebnahme im Juli angepeilt. Diesen Termin revidierte das Unternehmen dann aber schnell und sprach von einer Sanierungszeit bis zum Oktober.

Warum es jetzt überraschend fix ging, konnte die Bahn am Mittwoch auf Anfrage dieser Zeitung nicht detailliert beantworten. Man freue sich aber, „mobilitätseingeschränkten Fahrgästen so nun wieder einen barrierefreien Zugang anbieten“ zu können. In Springe seien rund 640 000 Euro investiert worden.

Bahn: Schneller geht es eben nicht

Das Thema erhitzte auch die Gemüter, als die Sanierung bereits lief. Zahlreiche Springer monierten, die Baustelle würde wochenlang stillstehen. Christdemokrat Oliver Groseck nahm den Unmut mit in die Regionsversammlung, wo er eine Anfrage startete. Er forderte die Region zu Kontrollen auf. Schließlich bedeute jede weitere Woche ohne Fahrstühle starke Einschränkungen für Gehbehinderte, Eltern mit Kinderwagen und auch Radfahrer. Zudem weise die Deutsche Bahn nur unzureichend auf die fehlende Barrierefreiheit durch die Baustelle hin.

Die sinngemäße Antwort: Schneller gehe es nicht. Und nur weil keine Bauarbeiter zu sehen sind, heiße das nicht, dass nicht gearbeitet werde – außerdem liege man im Zeitplan, wurde der Stand Ende Mai wiedergegeben. Und: Eine „Beschleunigung der Arbeitsschritte“ werde „kontinuierlich geprüft“.

Grosecks Verdacht, es gebe „großen Leerlauf, so dass seit Wochen keine Arbeiten erkennbar sind“, wies die Region damals im Namen der Deutschen Bahn zurück: „Der vermeintliche Leerlauf ist leider nicht zu verkürzen. Erste Arbeiten der Montage finden in großen Teilen im Technikraum und in der Schachtgrube statt, was für Außenstehende schwerlich erkennbar ist. Im Weiteren folgen Ruhezeiten, in denen der Beton aushärten muss und Lieferzeiten der Türzargen, die erst im Werk angefertigt werden müssen.“

Das gehe nicht fixer: „Das Ausmessen und Bestellen der Zargen kann nicht früher erfolgen, da die Aufzüge, insbesondere die Türen, erst in ihrer Endposition stehen müssen, da es hier bestimmte Spaltmaße einzuhalten gilt.“ Dazu kämen Liefer-Verzögerungen, „zum Beispiel bei Adaptern für die Elektroarbeiten“.

166 Tage eingeplant – Kosten: 640 000 Euro

Für die gesamte Aufzug-Sanierung wurde anfangs mit 166 Tagen geplant, ging außerdem aus der Antwort hervor: 22 Tage für den Rückbau, 64 Tage für die Betonarbeiten und das Aushärten. Dann brauche es 55 Tage für die Feinmontage des Aufzugs und des Mundhauses (oberes Ende des Schachts).

Sobald die Werksabnahme mit der Fachfirma erfolgt sei, kämen Resttage für die Abnahme durch die Zertifizierungsgesellschaft, den Probebetrieb (sechs Tage) und die endgültige Abnahme hinzu. Der beschriebene „Musterterminplan“ mit den 166 Tagen galt schnell als zu optimistisch und deshalb überholt, woraufhin der Oktober genannt wurde.

Das Thema „Leerlauf“ beschäftigte auch den Springer Ortsrat. Groseck verwies in der Sitzung auf die Antworten, die er kurz zuvor von der Region erhalten hatte. Seine Anfrage hatte einen Nebeneffekt: Die Deutsche Bahn versicherte, per Ansage auf die fehlenden Aufzüge hinzuweisen – so sollten alle Fahrgäste, die auf die Lifte angewiesen sind, rechtzeitig vorgewarnt werden. Die Transdev als neue S-Bahn-Betreiberin (der Wechsel erfolgte Mitte Juni) habe dann auch sofort angekündigt, „die Information an ihre Kundenbetreuung weiterzuleiten“, gab die Region weiter.

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