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Als Springes Stadt-Urkunde verbrannte

SPRINGE. Ob Heimatforscher, Familienforscher oder Erbenermittler: Bei Archivar Andreas Lilge kann jeder Auskunft zu historischen offiziellen Dokumenten der Stadt Springe einholen. Doch nicht alles ist erhalten...

Haltbarer Stoff: Stadtarchivar Andreas Lilge präsentiert das Protokollbuch der Stadt Hallerspring der Jahre 1705 bis 1714 – gefertigt aus Lumpen. FOTO: ACKERMANN
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Juliet Ackermann Volontärin zur Autorenseite

„Jeder Bürger hat das Recht, das Archiv zu nutzen. Meistens kommen aber schriftliche Anfragen von außen“, erklärt Lilge.

Das Stadtarchiv oben auf dem Dachboden des Rathauses auf dem Burghof besteht aus zwei Magazinräumen sowie aus einem Arbeitsraum. Archiviert werden Mappen und Konvolute aus einzelnen Blättern, in denen Gesetzestexte, Verordnungsblätter, Protokolle, Rechnungen, Kartenmaterial, Lagepläne, Verträge sowie Bauzeichnungen enthalten sind.

„Hier wird alles gelagert, was in der Verwaltung nicht mehr aktuell im Gebrauch und seit 30 Jahren abgeschlossen ist“, sagt Lilge. Damit das Archiv nicht überquillt, gibt es einige Dokumente, die nicht aufgehoben werden, darunter Anträge für Personalausweise. Meldebescheinigungen werden dagegen schon aufgehoben, „sie können bei Vermögensverwaltung von Interesse sein“, sagt Lilge. Auch Unterlagen vom Standesamt oder zu wichtigen Baumaßnahmen und alles, was für die Historie der Stadt von Bedeutung ist, wird längerfristig archiviert – so etwa Jahresabrechnungen der Stadt.

Wer im Archiv einen Blick auf die originale Stadtrechtsurkunde der Stadt Springe werfen will, dem kann der Archivar nicht aushelfe – das Dokument existiert nicht mehr. „1519 hat die Stadt gebrannt, deswegen existiert die Stadtrechtsurkunde nicht mehr. Wir wissen nicht, in welchem Jahr sie genau verliehen wurde“, sagt Lilge. Generell sei aufgrund von Bränden ab dem 16. Jahrhundert vieles verloren gegangen.

Aus dem 19. Jahrhundert seien dagegen gut erhaltene Exemplare vorhanden: „In der Zeit um 1840/1850 wurde das Schreibpapier aus Lumpen hergestellt, also aus Textil wie Wolle oder Leinen. Das hielt ewig. Heute ist das Papier aus Holz oder Chemikalien und hält nicht so gut“, erklärt Lilge und weist auf einen Stapel mit Papierblättern, die bereits vergilbt sind, obwohl sie erst einige Monate alt sind. Um die Unterlagen gegen Luftschadstoffe zu schützen, werden sie in säurefreien Kartons gelagert.

Der 61-Jährige verwahrt die Dokumente im Archiv nach einem Ordnungssystem, das er selbst konzipiert hat. So hat er sich auch das Signatursystem erstellt. Um den Überblick zu behalten, führt er eine Liste am Computer, die geordnet ist nach Bereichen wie Verwaltung, Bauwesen und Rechnungswesen. Die Liste führt Andreas Lilge seit 1999, seit er Archivar der Stadt ist. Damals hatte er ein großes Chaos vorgefunden, da das Archiv fast 20 Jahre nicht betreut gewesen war. Seit hat er nach eigenen Angaben alles in der Hand gehabt und weiß deswegen auch, wo er alles findet.



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