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Als im Köllnischfeld in Springe der Krieg tobte

SPRINGE. Mit dem Frühling kommt die Wanderlust – und das Köllnischfeld, oben auf dem Deister, gehört zu den Top-Wanderzielen in Springe. Woher der merkwürdige Name kommt – weiß Udo Mierau.

Sieht idyllisch aus: Das Köllnischfeld war auf Ansichtskarten ein beliebtes Motiv. Diese wurde 1914 abgestempelt. FOTO: MIERAU/REPRO:MISCHER
Mischer

Autor

Ralf T. Mischer Redakteur zur Autorenseite

Er hat sich über Jahrzehnte mit der Geschichte der Siedlung befasst: „Ich habe Unterlagen gesammelt, mit Zeitzeugen gesprochen und vor Ort recherchiert, bin zu Fuß die Strecke von Eimbeckhausen in den Deister bei Köllnischfeld gewandert.“ Jetzt hat er die Erkenntnisse ausgewertet und zusammengefasst.

Der Eimbeckhäuser hat die Erkenntnisse rund um Köllnischfeld zusammengetragen und in einem Artikel für das Springer Jahrbuch zusammengefasst. Etwa zur Namensherkunft des Flurstücks: „Vor mehr als 550 Jahren waren hier Truppen des Bischofs von Köln unterwegs, das damals noch Cölln geschrieben wurde“, zitiert Mierau aus einem Buch über Flurnamen von Heinz Weber, das im Jahr 1997 erschienen ist.

Erstmals erwähnt wird der Name Köllnischfeld, wie Mierau herausgefunden hat, bereits im Jahr 1583, damals wurde dort offenbar Wald gerodet, um Wiesen und Äcker anzulegen. 1774, weiß Mierau, legte die Hannoversche Regierung in dem Gebiet eine „Herrschaftliche Köhlerei“ an. Und auch mit der Geschichte der Förster kennt sich der Heimatforscher bestens aus: Förster Volker aus Egestorf schrieb 1829 an die königliche Domänenkammer: „Ich lebe hier mitten unter wilden Tieren. Manche Nacht tue ich den Dienst eines Wildwächters. Weil das Wild in meine Felder einbricht und übersetzt.“

Förster Volker hängte seinen Dienst schließlich an den Nagel. Sein Nachfolger klagte ebenfalls über Wildschäden – und die Domänenkammer erwog damals, das Köllnischfeld mit einer hohen Mauer vor Wild zu schützen, wie das früher bereits beim Saupark umgesetzt worden war. Die Idee wurde schließlich aber doch verworfen, eine Mauer kam nicht.

Und irgendwie entwickelte sich das Köllnischfeld dann zu einem beliebten Naherholungsziel mit einer Gaststätte, die sogar erst im Jahr 1999 geschlossen wurde. Für Deister-Wanderer ist das Köllnischfeld bis heute ein Ziel. An der Siedlung Köllnischfeld befindet sich ein oft besuchter Parkplatz, immerhin ist die Stelle eine wichtige Kreuzung zahlreicher Wanderstrecken: Von dort geht es hinunter nach Springe und nach Bad Münder und hinauf zum Annaturm oder zur Laube.

Die ganze Geschichte vom Köllnischfeld steht im Springer Jahrbuch 2018, das der Förderverein für die Stadtgeschichte von Springe herausgegeben hat.



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