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Alles zum Kampf ums Rathaus

Springe. Zeit gegeben hat er ihnen mehr als genug: Nach dem überraschenden Rückzug von Bürgermeister Jörg-Roger Hische kreisen die Gedanken bei den heimischen Parteien um mögliche Nachfolger, die ab 1. November 2016 das Sagen im Rathaus haben könnten. Namen kursieren schon viele, öffentlich und intern. Die NDZ beantwortet die wichtigsten Fragen rund um die Macht in Springe.

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Wann wird gewählt?

Fest steht bislang nur: im Herbst 2016. Die Landesregierung muss rechtzeitig das genaue Datum bestimmen. Aus Erfahrung spricht aber viel für den 11. September. Der zweite Sonntag des Monats war auch 2006 und 2011 der Kommunalwahltermin. Dazu kommt: Im Gegensatz zu diesem und dem vergangenen Jahr beginnen 2016 die Sommerferien wieder deutlich früher: Für die heiße Phase des Wahlkampfs blieben nach Schuljahresbeginn Anfang August noch einige Wochen.

Die Bürgermeisterwahl würde wie vor fünf Jahren am gleichen Tag stattfinden. Eine mögliche Stichwahl zwischen den beiden besten Kandidaten wäre dann am 25. September.

Das dauert ja alles noch ewig!

Ja und nein. Bürgermeister Jörg-Roger Hische hat allen Parteien – und Einzelkämpfern – durch seine frühzeitige Ankündigung genug Zeit gegeben, sich aufzustellen. Die Entscheidung darüber, wer tatsächlich kandidiert, werden erst deutlich später fallen. Aber daran, dass ab sofort Weichen gestellt und Gespräche geführt werden, besteht kein Zweifel.

Und wer wird Bürgermeister?

Das ist die Preisfrage. Wie immer, wenn ein Amtsinhaber nicht mehr antritt, ist das Feld weit offen. Bei der Wahl vor fünf Jahren landeten alle anderen Kandidaten (Silvia Jünke für die SPD, Elke Thielmann-Dittert für die Grünen und Friedrich Woltmann für die CDU) deutlich hinter Hische. Die SPD lag leicht vorne – allerdings wählten auch viele CDU-Anhänger Hische. Daraus eine Vorhersage zu ziehen, ist schwierig.

Bei der SPD kommt neben Parteichef Eberhard Brezski auch die Fraktionsvorsitzende Katrin Kreipe infrage. Sie trat 2012 schon an, als es um einen Sitz im Landtag ging – konnte sich in der stadtinternen Vorausscheidung allerdings nicht durchsetzen.

Und räumt heute ein, dass sie in Politikkreisen immer mal wieder für das Bürgermeisteramt im Gespräch ist: „Wenn man gewisse Positionen bekleidet, bleibt das nicht aus.“ Ob sie tatsächlich antreten würde, lässt sie aber offen: „Ich habe mir noch keine Gedanken gemacht.“ Grundsätzlich stimmt sie aber mit Brezski überein: „Eine interne Lösung ist immer besser. Wir haben hier fähige Leute.“ Damit dürfte zumindest klar sein, dass es nicht zu einer erneuten Kandidatur der Hemmingerin Jünke kommen wird.

Welche Rolle spielt das Thema Krankenhaus?

Insbesondere die SPD hofft natürlich, dass sich bis zur Wahl im Herbst nächsten Jahres die Gemüter beruhigt haben und die auch von der Regions- und Unterbezirks-SPD unterstützte Schließung sich nicht auf den eigenen Kandidaten auswirkt.

Diese Sorge treibt die SPD allerdings auch bei den parallel anstehenden Regions-, Rats- und Ortsratswahlen um. Vor den entscheidenden Beschlüssen im Dezember hatten sich die Springer Genossen öffentlich deutlich von der umstrittenen „Medizinstrategie 2020“ distanziert; waren auf Abstand zu Regionspräsident Hauke Jagau gegangen. Unter anderem schalteten die Sozialdemokraten Zeitungsanzeigen mit entsprechender Botschaft. Entscheidend für die Auswirkungen dürfte auch der jetzt anlaufende Prozess zur Nachnutzung des Gebäudes sein. Wenn die Schließung sich bis Ende 2015 oder gar ins neue Jahr hinzieht, dann ist das Thema im Wahlkampf umso präsenter.

Wie geht es mit Jörg-Roger Hische weiter?

Er bleibt bis 31. Oktober 2016 im Amt – also auch noch in den Wochen nach der Wahl. Wie es danach für ihn weitergeht, lässt er offen. Wenn er geht, ist Hische gerade 58 Jahre alt. Lebensgefährtin Barbara Thiel hat vor einigen Wochen erst einen Postenwechsel vollzogen: Ihr Vertrag als Regionsdezernentin wurde nicht verlängert – seit Jahresbeginn ist sie nun Landesdatenschutzbeauftragte. Dass Hische noch einmal einen arbeitsintensiven Posten anstrebt, ist mit Blick auf seine angeschlagene Gesundheit zumindest unwahrscheinlich. Er selbst wollte sich gestern nicht weiter zu seinen Plänen äußern.zett



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