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Die Schließung des Jugendamts dürfte gut 500 Hilfe suchende Eltern hart treffen

Alleinerziehende bleiben auf der Strecke

Springe. Es war eines der Merkmale, das Springe 2007 den Titel „familienfreundlichste Stadt Niedersachsens“ einbrachte: das eigene Jugendamt. Anfang kommenden Jahres soll die Einrichtung zu einer Jugendhilfestation zusammenschmelzen. Das dürfte vor allem 500 Hilfe suchende Eltern – in erster Linie alleinerziehende Frauen treffen: Sie müssen regelmäßig für Beratungsgespräche nach Hannover fahren.

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Autor:

von marita scheffler

„Natürlich ist das unschön“, sagt Kämmereichef Gerd-Dieter Walter, „die Entscheidung bedeutet einen Verlust an Bürgerservice.“ Und auch Fachbereichsleiterin Dagmar Wiese-Cordes gibt zu: „Das wird Springe treffen.“ Doch die Stadt müsse sparen. Letztlich hätten wohl mehr Familien etwas davon, wenn das Hallenbad und die Bibliothek vor Ort erhalten bleiben.

Die Rückgabe des Jugendamtes an die Region soll sich schon im ersten Jahr rechnen. Dann sollen mindestens 300 000 Euro mehr in der Stadtkasse sein. In den Folgejahren steigt die Ersparnis nach den Prognosen weiter an, rund eine halbe Million Euro ist angepeilt. Mit Blick auf diese Zahlen hat sich der Stadtrat für den Schritt entschlossen.

Was ist eine Jugendhilfestation? Sie ist ein abgespecktes Jugendamt. In den Büros sitzen Sozialpädagogen, sie erledigen aber keine Verwaltungsaufgaben. Müttern, die Unterhaltsvorschuss beantragen, wird vor Ort nicht mehr geholfen. Auch die Bereiche Beistandschaften und die wirtschaftliche Jugendhilfe sowie die Pflegekinder-Betreuung wird zentral in Hannover erledigt.

Wie viele der derzeit elf Jugendamtsmitarbeiter in Springe bleiben, ist nach Angaben von Wiese-Cordes noch unklar. Der Stadtrat hat zugesagt, keinem der Angestellten zu kündigen. Die Mitarbeiter sollen entweder bei der Region Hannover oder in anderen Bereichen der Stadt unterkommen. Über Details wollen Bürgermeister Jörg-Roger Hische, Walter und Wiese-Cordes bei einem Spitzentreffen Mitte Mai mit Regionspräsident Hauke Jagau sprechen. „Wir haben uns mit ihm bereits darauf verständigt, ein juristisches Nachspiel zu vermeiden“, so Hische.

Weitere offene Fragen sind unter anderem, ob die Hilfestation in der „Weißen Schule“ untergebracht wird – dem jetzigen Standort des Jugendamtes – und ob die Region Miete für die Räume zahlen muss.



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