weather-image
Maurice Gutsmann (17) trainiert Parkour – und geht dabei über Mauern und Geländer / Kurs beim TGV

Adrenalin-Kick statt Stubenhocken

Springe. Die Jugend von heute sitzt nur noch vor dem Computer. Schönes Klischee. Und oft genug nicht wahr. Denn die Jugend von heute springt und klettert auch. Über Mauern, Zäune, Bänke, Geländer. Immer auf dem direkten Weg zum Ziel. „Parkour“ nennt sich der Sport aus Frankreich. Und für Maurice Gutsmann bedeutet er vor allem eines: „Adrenalin“. Der 17-Jährige trainiert schon seit mehr als zwei Jahren und bietet beim TGV Springe einen eigenen Kurs an.

270_008_4897567_parkour_guttmann2.jpg
zett2

Autor

Christian Zett Redaktionsleiter zur Autorenseite

Zu seiner Leidenschaft kommt der Berufsschüler über die brasilianische Kampfsportart Capoeira. In einem Verein trifft er Leute, die Parkour trainieren. Er ist sofort Feuer und Flamme – in Springe aber auch auf sich allein gestellt: „Es gab niemanden, von dem ich lernen konnte. Ich musste mich da irgendwie reinleben“, sagt er heute.

Also trainiert Gutsmann, stundenlang. Bricht sich dabei den Mittelhandknochen, holt sich Schnittwunden beim Abrollen. Und ist heilfroh, als er schließlich auch drinnen üben kann: An der Göbel-Realschule bietet er eine Arbeitsgemeinschaft an, zehn Jugendliche treffen sich hier regelmäßig. „Wenn man auf Matten landet, kann man viel mehr ausprobieren“, sagt Gutsmann. Hin und wieder testet er seine Sprünge im Hallenbad – Wasser ist meist weicher als Asphalt. Schließlich fragt er beim TGV an: „Durch einen Verein bekommt das alles mehr Glanz“, ist er überzeugt. Der TGV zeigt sich aufgeschlossen für das Angebot – man ist ohnehin auf der Suche nach neuen sportlichen Alternativen für Jugendliche, die sonst abzuwandern drohen.

Und so kann Gutsmann nicht nur selbst den Adrenalin-Kick spüren – er kann ihn genauso weitergeben wie die Regeln, die für die sportlichen Entdecker gelten: Überwunden werden nur öffentliche Hindernisse. Und zwar, ohne sie zu beschädigen. „Dazu gehört Körperbeherrschung, Mut.“ Gefordert wird beim Parkour nicht nur der Körper, sondern auch der Geist. Es gibt viele verschiedene Sprünge, für die man sich Bewegungsabläufe merken muss. „Nach zwei, drei Wochen hat man meistens die Grundlagen drauf“, sagt Gutsmann.

Auch seine Hindernisse muss man sich suchen. Doch da, findet der 17-Jährige, bietet Springe leider nur eine begrenzte Auswahl. Und so gilt es, sich immer wieder neue Herausforderungen zu erschließen: Spielplätze. Geländer. „Man möchte alles dafür geben, an das Ziel zu kommen. Und wenn man es geschafft hat, ist das ein riesiges Glücksgefühl.“

Beim TGV bietet Maurice Gutsmann seinen Kurs für Jugendliche ab 12 Jahren an. Weitere Informationen: 05041/3580, 0173/7166296 sowie per E-Mail: maurice.gutsmann@web.de.



Anzeige
Weiterführende Artikel
    Kommentare
    Kontakt
    Redaktion
    Telefon: 05041 - 78932
    E-Mail: redaktion@ndz.de
    Anzeigen
    Telefon: 05041 - 78910
    Geschäftsanzeigen: Anzeigenberater
    Abo-Service
    Telefon: 05041 - 78921
    E-Mail: vertrieb@ndz.de
    Abo-Angebote: Aboshop

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt