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Abzocke mit fiktiven Wohnungen landet vor Gericht

SPRINGE. Eine Traumwohnung, die es gar nicht gibt: Einer Frau aus Springe wird vorgeworfen, als Finanzagentin tätig gewesen zu sein und betrogen zu haben. Jetzt musste sich die Frau, vorm Amtsgericht in Springe verantworten.

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Autor

Anne Brinkmann-Thies Reporterin

Der Frau, die in einem Springer Ortsteil wohnt und aus einem afrikanischen Land stammt, soll Monatsmieten und Kautionen für fiktive Wohnungen in Berlin kassiert haben. „Ich kenne diese Leute überhaupt nicht“, erklärte die Frau über eine Dolmetscherin. Und meinte damit jene Namen, die als potenzielle Mieter für eine Wohnung am Kurfürstendamm standen. Vorauszahlungen und eine Kaution von insgesamt 1500 Euro waren im September 2017 auf ihr Konto geflossen.

Die Angeklagte erklärte, ihr Bruder in Afrika habe ihr das Geld auf ihr Konto eingezahlt. Davon sollte sie ein gebrauchtes Auto kaufen. Weil das aber doch zu teuer gewesen sei, habe sie das Geld zurücküberwiesen. Warum aber fremde Namen und eine Mietvorauszahlung auf der Einzahlung ausgewiesen waren, konnte sie nicht erklären.

Ein paar Monate später flossen noch einmal 1000 Euro auf das Konto eines Bekannten der Angeklagten. „Sie hatte mich gefragt, ob ich mein Konto zur Verfügung stellen könnte“, erklärte der 84-jährige Hannoveraner, der mit der Springerin „ein paar Mal Kaffee trinken“ war.

Als das Geld bei ihm eingegangen sei, habe er es abgehoben und der Frau in bar gegeben. Auch bei dieser Einzahlung standen Namen – und als Verwendungszweck war eine Mietvorauszahlung für eine Wohnung am Kurfürstendamm angegeben.

Warum sie denn ein fremdes Konto für einen Geldtransfer angegeben habe, wollte die Richterin wissen. Ihr eigenes Konto sei gesperrt gewesen, berichtet die Frau. Von dem Geld habe ein anderer Bekannter aus dem Raum Oldenburg sechs Tablets oder Smartphones für den Bruder gekauft.

Sie habe ihm die Geräte hingeschickt, so die Angeklagte in ihrer Aussage. Auf den Bruder ist sie inzwischen aber nicht mehr gut zu sprechen. „Der macht mich kaputt“, so die Frau. Den Kontakt habe sie inzwischen abgebrochen.

Ihr Verteidiger zog die Schuldfähigkeit seiner Mandantin in Frage. „Sie checkt das alles überhaupt nicht“, sagte er. Auf diesen Zug wollte das Gericht aber nicht aufspringen. Der Prozess soll am Dienstag, 19. März, mit weiteren Beweismitteln fortgesetzt werden. Bis dahin sollen schriftliche Auskünfte von der Bank angefordert sein.



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