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Springes ehemaliger Polizeichef war einst Helmut Schmidts Personenschützer

SPRINGE. An die spannende Zeit als Personenschützer vom ehemaligen Bundeskanzler Helmut Schmidt hat Bernd Lützelberger sich in einem früheren NDZ-Gespräch erinnert. Bei seiner Verabschiedung als Springes Polizeichef im Februar 2007 erklärte Lützelberger mehrfach, dass er gerne noch ein wenig geblieben wäre. Sein Beruf war stets seine Leidenschaft und für den Ruhestand fühle er sich noch zu fit. Jetzt ist Bernd Lützelberger im Alter von 75 Jahren gestorben.

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Marita Scheffler Redakteurin zur Autorenseite
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Zahlreiche Springer kennen Bernd Lützelberger auch als Vorsitzenden des Tennisvereins Springe. Sechs Jahre stand er an der Spitze. Im Jahr 2006 übernahm er dort nach Personalstreitigkeiten das Kommando. Für Ruhe und Ordnung zu sorgen – das habe er als Schutzmann schließlich gelernt, erzählte er später schmunzelnd.

Den gebürtigen Weimarer verschlug es nach einer Reihe von familiären Umzügen 1960 nach Springe. Ab 1968 führten ihn verschiedene berufliche Stationen quer durch die Republik. Als junger Personenschützer des Bundeskriminalamtes bewachte er den ehemaligen Bundeskanzler Helmut Schmidt. Den habe er nicht nur einmal im Auftrag von dessen Ehefrau Loki ins Bett schicken müssen, wenn die nächtlichen Debatten mit Journalisten mal wieder kein Ende nehmen wollten, erinnert sich Lützelberger später in einem NDZ-Gespräch an diese „spannende Zeit“.

In seinem Berufsleben hatte es aber nicht nur Sternstunden gegeben. Ihn schmerzte etwa, dass es ihm nicht gelungen war, einen Anfang der 1980er- Jahre verübten Mord an einer jungen Springerin aufzuklären. „Zur Tatzeit war ich nicht zuständig, später fehlte das Personal, um den Fall wieder aufzurollen“, bedauerte er.

Im Ruhestand der Kunst zugewendet

Nach einem ersten beruflichen Gastspiel Mitte der 1980er-Jahre kehrte Lützelberger im Jahr 2003 nach Springe zurück – als Leiter des Kommissariats. Bei seiner Verabschiedung 2007 lobte der damalige hannoversche Polizeipräsident Hans-Dieter Klosa die Vielseitigkeit Lützelbergers. Innerhalb der Dienststelle habe er es stets verstanden, seine Mitarbeiter zu motivieren. Und er habe auch dafür gesorgt, dass sich 46 000 Menschen in Springe und Pattensen gut und sicher aufgehoben fühlen durften.

Bernd Lützelberger freute sich damals auf mehr Zeit mit seiner Ehefrau Helga, ausgedehnte Rad- und Cabriotouren sowie Zeit mit den Enkelkindern. Viele Springer sahen ihn aber auch bei Aktionen der Künstlergemeinschaft „Forum Kunst“ wieder: Seine Frau Helga malte, er fotografierte. Und er wäre sicher gerne auch hier noch ein bisschen länger geblieben.

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