weather-image
33°

Abi-Entlassung im Otto-Hahn-Gymnasium

SPRINGE. Mit dem Abi-Motto ist das immer so eine Sache – mit viel Herzblut und einer emotionalen Diskussion stimmen die Schüler über einen Leitspruch ab. Am Ende will es aber keiner gewesen sein. „Trabi – zwölf Jahre Wartezeit“ lautete das Motto der diesjährigen Abiturienten des Otto-Hahn-Gymnasiums.

Mit „Happy“ von Pharrell Williams eröffnet die Bläser-AG unter Leitung von Andreas Segger die Entlassungsfeier. Foto: Helmbrecht
saskia

Autor

Saskia Helmbrecht Redakteurin zur Autorenseite

Die Rückmeldungen vieler Lehrer fiel da eher „zurückhaltend“ aus, berichtete Schulleiterin Kerstin Prietzel während der Entlassungsfeier.

Wären die Schüler – genau wie der Trabant – nicht konkurrenzfähig und hätten keine Chance auf dem Markt? Auch der Nachsatz „Zwölf Jahre Wartezeit“ habe zwei Seiten: Zum Einen sei Warten ein Indiz für Selbstkontrolle und Geduld, gleichzeitig stünde das aber auch in Verbindung mit Langeweile und Ziellosigkeit. „Setzen Sie sich Ziele, auf die es sich zu warten lohnt“, so Prietzel. Der Abi-Jahrgang sei vorausschauend, reif, selbstbewusst, sympathisch und kreativ – und trinkfest, eine harte „Party-Front“ mit Humor, listete Prietzel auf. Und falls der Trabi mal einen Schaden hat, hat Prietzel in jede Zeugnismappe ein Pflaster gelegt.

Ein Thema zog sich aber durch alle Reden und Grußworte: der Bauzustand des OHG. „Sie bringen verdammt viel Glanz in diese Hütte, jetzt müssen wir sehen, wie wir diesen Glanz im Gebäude abbilden können“, sagt Bürgermeister Christian Springfeld. Vielleicht sei der Baulärm sogar ein „Abenteuerelement“ während der Schulzeit gewesen. „Ich fürchte, wenn wir hier fertig sind, haben Sie Ihr Studium abgeschlossen, aber hoffentlich sind wir vor Ihrer Promotion fertig.“

Das Motto „Trabi“ in Zeiten von Abgasskandalen zu wählen „kann man machen, muss man aber nicht“, sagte Lehrer Andreas Segger. Er ging dem Leitspruch musikalisch nach und spielte den Titelsong von Star Wars, Rock me Amadeus, Pippi Langstrumpf und das Auenland. „Man nehme 25 Oberstufenschüler und einen Wiener Zentralfriedhof“, sagte Segger. Dort liegt der Popstar Falco begraben und sofort stimmten die Schüler seine Klassiker wie „Der Kommissar geht um“ an. „Das hat uns Lehrer sehr beeindruckt, Musik auf dem Friedhof zu hören.“ Am besten aber habe ihm Pippi gefallen: Seid frech, wild und wunderbar, lehnt euch auf, riskiert auch mal was und macht es euch nicht zu einfach.“

Leon Cords und Mattis Wilkening rechneten in ihrer Schülerrede ebenfalls mit einigen baulichen Mängeln ab und berichteten vom „Planschbecken in der Bibliothek“ und „überfluteten Fluren“. „Wir sind froh, dass wir ohne Helm heil aus dem OHG gekommen sind.“ Doch was ihnen wirklich fehlen wird: Die Lehrer und die zahlreichen Mitarbeiter der Schule, die sie täglich begleitet haben. Zum Schluss richteten sie noch einmal ganz persönliche Worte an Prietzel. „Sie haben uns geerdet, Sie sind eine Freundin, die ich nicht missen will, das OHG wäre nicht das OHG ohne Sie, das mit so viel Herz und Charakter geführt wird.“

105 Schüler sind zur Abiprüfung angetreten, 104 haben bestanden. Mit einem Schnitt von 2,36 teilen sich die Schüler den besten Jahrgangsschnitt überhaupt mit den Abiturienten 2017. „Das haben Sie der männlichen Hälfte zu verdanken, die einen Schnitt von 2,28 haben“, sagt Prietzel. Gleich fünf Schüler erreichten ein 1,0-Abitur und zwar Laurin Rudloff, Niklas Urban, Leon Cords, Oliver Marks und Marie Jost. Bei 34 Schülern stand am Ende eine 2,0 oder besser auf dem Abiturzeugnis.

Anzeige
Anzeige
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare