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Autor:

von Anne Brinkmann-Thies

Auf dem idyllisch gelegenen Fluggelände Celle-Arloh starten und landen die Springer Segelflieger – und sind dort zu Gast beim Luftsportclub Langenhagen (LSCL).

„Segelfliegen also. Der Gedanke, in eine vergleichsweise kleine Kabine zu steigen, zwischen mir und einem freien Fall nur eine dünne Kunststoffhaut, ist reizvoll und beängstigend zugleich. Und auch beim Gedanken an den sehr steil aussehenden Start wird mir ein wenig mulmig. Doch schon die Anwesenheit der versierten Segelflieger bei der Ankunft wirkt beruhigend. Dabei herrschen keine optimalen Flug-Bedingungen an jenem brütend heißen Sonntag, an dem sich die Springer Vereinsmitglieder und die Flieger des befreundeten SLCL ein Zeltdach für ein schattiges Plätzchen teilen, um auf die Starts zu warten.

Ideal wäre wohl eine sogenannte ‚labile Wetterlage‘, wie Fluglehrer Volker Zander mir erklärt. Doch er ist sicher: ‚Wir bekommen noch Thermik.‘ Thermik, das sind Aufwinde, mit denen die doppelsitzige ASK 21 hoch hinaufgetragen wird. So hoch muss es ja gar nicht sein, denke ich mir. ‚Keine Angst, wir wollen alle wieder runter‘, beruhigt sein Bruder Horst Zander. Ihn darf ich begleiten, als er mit einem Spezialfahrzeug das Windenseil für den nächsten Start einholt.

Und dann geht es tatsächlich für mich los: Beim nächsten Start der eleganten ASK 21 darf ich mit einsteigen. Zunächst hilft mir Wojcieck Klosak, den vorgeschriebenen Fallschirm anzulegen. Er ist einer der Flugschüler beim LSV und darf schon alleine fliegen, also ohne begleitenden Fluglehrer in der Kabine.

‚Für alle Fälle‘, sagt Wojcieck und reicht mir eine Spucktüte. Ich hoffe, dass ich sie nicht brauchen werde.

Vor mir sitzt Pilot Klaus Preen. Jetzt wird es also gleich ernst. Das Flugzeug wird pfeilschnell mit einer Winde auf eine Höhe von 500 Metern gezogen. Das Gefühl, in zwei Sekunden von 0 auf 100 Stundenkilometer beschleunigt zu werden, nimmt mir kurz den Atem. Rasanter Start am Boden, dann wird die ASK 21 in den Himmel gezogen. Als wir die Ausklinkhöhe erreichen, beginnt ein faszinierendes Erlebnis. Kein Motorengeräusch, nur ein leises Rauschen. Unter uns ist die Heidelandschaft rund um den Flugplatz gut zu erkennen. Klaus Preen sucht eine Thermikblase, um Höhe zu gewinnen. Dabei fliegt er, wie mir scheint, viele enge Kurven. Und ich denke die ganze Zeit: Immer schön die Horizontlinie suchen, nur nicht auf die Flügel schauen, um nicht doch noch die Spucktüte benötigen zu müssen.

Doch Thermik ist heute rar. So beginnt nach zehn Minuten der Landeanflug. Die ASK 21 setzt recht sanft wieder auf. Ich freue mich. Wieder festen Boden unter dem Flugzeug. Gleichzeitig denke ich: Schade, dass es schon vorbei ist.



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