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Schonzeit für Wild und Prominenz

Abgeblasen: Ministerjagd fällt Winter zum Opfer

Springe (mf). Die große Ministerjagd, zu der traditionell in der ersten Januarwoche im Saupark geblasen wird, fällt in diesem Jahr aus. Aufgrund der anhaltend problematischen Witterungsverhältnisse hat das Landwirtschaftsministerium in Hannover die Veranstaltung kurzfristig abgesagt, wie Sprecher Gert Hahne gestern auf Anfrage bestätigte.


Die Entscheidung habe Staatssekretär Friedrich-Otto Ripke nach Rücksprache mit Forstamtsdirektor Joachim Menzel getroffen. Einen Ersatztermin werde es nicht geben. „Die Drückjagdsaison geht nur bis Ende Januar, so Hahne.

Für Freitag dieser Woche war eigentlich zahlreiche Prominenz in Springe erwartet worden: Neben hochrangigen EU-Vertretern standen unter anderem auch der Landwirtschaftsminister von Bulgarien, der Präsident des Weltjagdverbandes sowie der Landtagspräsident von Nordrhein-Westfalen auf der etwa 170 Namen umfassenden Gästeliste. Mit von der Partie hatte auch wieder Schleswig-Holsteins Regierungschef Peter Harry Carstensen sein wollen, der im vergangenen Jahr seine junge Frau mit an den Deister gebracht hatte. Sein niedersächsischer Amtskollege David McAllister wollte erst beim abendlichen Schüsseltreiben im Marstall dazustoßen. Ebenso wie sein Vorgänger Christian Wulff, ist der amtierende Ministerpräsident nämlich selbst kein Jäger.

Durch die Absage kommt das Landwirtschaftsministerium nun aber wenigstens nicht mehr in die Verlegenheit, ohne „Hausherrn“ mit der illustren Gästeschar auf die Pirsch gehen zu müssen. Der Posten des Ressortchefs ist seit zweieinhalb Wochen vakant – nach ihrem Rücktritt ist Ministerin Astrid Grotelüschen derzeit offiziell beurlaubt. Nachfolger Gert Lindemann wird voraussichtlich erst am 19. Januar vereidigt werden.

Eine Jagd sei zum gegenwärtigen Zeitpunkt praktisch unmöglich, begründet Menzel die Entscheidung, die Veranstaltung nicht durchzuführen. „Der stark verharschte Schnee ist vor allem für Treiber und Hundeführer ein großes Problem.“ Auch seien viele Wege vereist und nicht befahrbar. Und die Wettervorhersage lasse bis zum Wochenende weitere Niederschläge befürchten.

Vor allem sei jedoch auch dem Wild eine Jagd nicht zuzumuten. Zwar sei derzeit für den Bereich des Sauparks – anders als in anderen Teilen Niedersachsens – keine sogenannte Notzeit ausgerufen und damit auch noch kein ausdrückliches Jagdverbot verhängt worden. Dennoch bedeute jede Form von Unruhe großen Stress für Rehe und Wildschweine. „Unter diesen Bedingungen auf die Jagd zu gehen, wäre auch in der Öffentlichkeit nicht vermittelbar“, ist sich Menzel sicher.

Auch im vergangenen Jahr stand die Staatsjagd unter keinem guten Stern: Wegen der damals ähnlich problematischen Witterung hatte sie bereits nach etwa einer Stunde abgebrochen werden müssen. Menzel hofft nun, dass wenigstens die traditionelle Forstamtsjagd eine Woche später planmäßig durchgeführt werden kann.



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