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Experte muss aus Hamburg kommen / Bahnstrom umgeleitet / Feuerwehr im Einsatz

Abdeckplane weht am Hochspannungsmast

Mittelrode. Ungewöhnlicher Einsatz für Feuerwehr und Fachleute: Eine Abdeckplane wehte am Sonnabendnachmittag von einem Kohlrabifeld neben der Kreisstraße 215 zwischen Völksen und Mittelrode auf die Spitze eines 110 000-Volt-Hochspannungsmastes der Deutschen Bahn.

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VON BERNHARD HERRMANN

Laut Polizei meldeten Autofahrer gegen 17 Uhr, dass eine große Plane oben an einem Hochspannungsmast hängt. Weil dort gleich zwei Trassen parallel verlaufen, alarmierte die Regionsleitstelle Hannover die Ortsfeuerwehr Mittelrode und die Stadtwerke Springe zur Erkundung und Absicherung der Gefahrenstelle. Der Hochspannungsmast auf dem Kohlrabifeld, an dem das Vlies hing, steht etwa 200 Meter von der K 215 entfernt.

An der Spitze des knapp 25 Meter hohen Mastes hing das etwa 100 Quadratmeter große Vlies, mit dem eigentlich der junge Kohlrabi auf dem Feld abgedeckt war. Zum Zeitpunkt des Einsatzes meldete der Wetterdienst frische Böen mit bis zu 33 Stundenkilometern aus Westsüdwest. Das Vlies wehte am Hochspannungsmast wie eine riesige Flagge im Wind.

Ein weiteres Stück Vlies hing etwa 20 Meter vom Mast entfernt an einer der Leitungen. Die für die Bahnstromversorgung zuständige Tochter DB Energie entsandte einen Netzmeister, der mit einem Auto von Hamburg nach Mittelrode anreiste. Zwischenzeitlich wurde ein Teilstück des Vlies durch den starken Wind abgerissen und fiel zu Boden.

Der für das Feld zuständige Gemüsebauer aus dem Springer Ortsteil Holtensen sammelte die losen Stoffstücke vom Acker ein.

Als der DB-Energie-Mitarbeiter gegen 19.45 Uhr eintraf, ließ er den speziellen 16,7-Hz-Bahnstrom, der in der 110-Kilovolt-Hochspannungsleitung zwischen Rethen und Hameln fließt, umleiten und das Teilstück stromlos schalten.

Danach kletterte der Fachmann in Schutzbekleidung und mit einem Gurtgeschirr auf den Mast hinauf. Zuerst entfernte er den mittlerweile angewehten kleinen Stofffetzen von einer Leitung. Anschließend kletterte er zur Spitze herauf, wickelte das Vlies auf und löste es vom Mast.

Dann warf er die Abdeckung zu Boden, wo das Vlies von den bereitstehenden Feuerwehrleuten aufgewickelt und weggebracht wurde. Nachdem der Netzmeister wieder am Boden war, konnte der Bahnstrom in diesem Abschnitt des bundesweiten 110-kV-Bahnstromversorgungsnetzes gegen 20.15 Uhr wieder fließen.

Die Kosten für den gut dreistündigen Einsatz von Feuerwehr und Bahn wird vermutlich der Gemüsebauer aus Holtensen übernehmen müssen.



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