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Über zwei Brücken müsst ihr sehn'

Springe. Wer alle Brücken abreißt, muss schwimmen können. Sagen sie zumindest auf Borneo. Das Sprichwort stimmt aber nur, wenn man den Ort hinter der Brücke auch erreichen möchte. Ob das beim Volkspark überhaupt der Fall ist, darüber streitet derzeit die Politik.

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Fest steht jedenfalls: Die alten Brücken über die Haller sind in die Jahre gekommen. „Ein Ingenieurbüro hat Schäden festgestellt“, sagt der stellvertretende Bauamtsleiter Gerd Gennat. Unter anderem sei der Beton marode und die Bewährung durchgerostet. Zudem sei das Geländer nicht so hoch, wie es laut Vorschrift sein müsste. Deshalb empfiehlt er, neue Brücken zu bauen. Kostenpunkt 50 000 Euro – aber laut Gennat dennoch günstiger als eine Renovierung der beiden Alten.

Ulrich Kalinowski (CDU) zweifelt daran, ob die Maßnahme sinnvoll ist. „Der Volkspark wird ja stärker von Ratten als von Menschen frequentiert“, sagt er – und sieht die Kosten für den Neubau in keinem Verhältnis zum tatsächlichen Nutzen. Um die Ausgaben zu senken, könnte er sich etwa vorstellen, dass die neue Brücke dort gebaut wird, wo die Haller nicht ganz so tief und der Aufwand daher geringer ist.

Gennat glaubt nicht, dass das funktioniert. Immerhin hätten die maroden Brücken bereits ein Fundament, das an anderer Stelle erst gebaut werden müsste.

Jürgen Kohlenberg von der Gruppe „Freie Wähler/FDP/Kohlenberg“ glaubt nicht daran, dass die Brücken allzu marode sind: „Ich habe sie mir angeschaut und unten sehen sie top aus.“ Kohlenbergs Einschätzung zufolge benötigen sie lediglich eine Abdichtung auf der oberen Seite – und das Geländer ließe sich verlängern, indem man oben etwas anschweiße.

Elke Riegelmann bezweifelt gar, ob man überhaupt Brücken benötigt. Alternativ könnte sie sich vorstellen, das dass Teilstück „verrohrt und aufgefüllt“ wird.

Der Vorschlag führt zu einer sofortigen Reaktion des Bauamtsleiters Dieter Erdmann: „Wenn sie in Deutschland ein Gewässer verrohren wollen, können sie auch versuchen, mit dem Fahrrad zum Mond zu fahren.“

Die Verwaltung verteidigt ihren Vorschlag. Der Park werde häufig genutzt und es sei sinnvoll, die Brücken zu erneuern, da Bürger sonst die stark genutzte Eldagsener Straße nutzen müssten, um ihn zu erreichen. Tatsächlich soll sich jetzt zunächst der Ortsrat mit dem Thema Volkspark beschäftigen.

Noch sind also nicht alle Brücken zum Volkspark abgerissen. Aber repariert sind sie auch noch nicht. rtm



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