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Ökumenischer Kirchentag: Ist Beten Privatsache?

SPRINGE. „Wenns mir gut geht, dann bin ich Atheist, wenns mir schlecht geht, bin ich gläubig“. Mit diesem Satz umschrieb Achim Stauß einen Teil des Problems Kirche und Glauben. Stauß, gebürtig aus Alvesrode, ist Sprecher der Deutschen Bahn AG in Berlin und war einer der Talk-Gäste beim Ökumenischen Kirchentag.

Im Gespräch: Niklas Kelting (von links), Kai Dettmer, Achim Stauß, Tobias Glawion, Ute Austermann-Haun, Gabrielle Lösekrug-Möller und Martin Kind. FOTO: KRAUSE

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REINHOLD KRAUSE

Mit ihm hatten fünf weitere bekannte Gesprächsteilnehmer aus Bildung, Politik und Wirtschaft mit Moderator Tobias Glawion auf der Bühne der voll besetzten Aula des OHG Platz genommen. Glawion, Chefredakteur des Evangelischen Kirchenfunks Niedersachsen ist zuständig für die Kirchenbeiträge in den niedersächsischen Privatsendern.

Mit aktuellen und teils persönlichen Fragen unter dem Motto „Farbe bekennen, Stellung nehmen zum Glauben“ entlockte er seinen Gesprächspartnern manches freimütige Geständnis. Angesprochen auf das persönliche Verhältnis zum christlichen Glauben kamen differenzierte Antworten zu Tage.

Martin Kind, Hörgeräteunternehmer und Geschäftsführer von Hannover 96, setzte sich kritisch mit den Problemen der heutigen Gesellschaft auseinander. Es entwickelten sich Parallelgesellschaften, das habe Gründe. „Die Smartphone-Generation ist heute mit der Bibel nicht mehr zu erreichen“, so seine Einschätzung. „Man muss die Veränderungen gestalten“ und weiter „Die Kirche lebt, hat alle Chancen und muss sie nur nutzen“. Kind offenbarte vor etwa 400 Besuchern er sei gläubiger Christ und ein Gebet sei bei ihm Normalität.

Ganz anders dagegen die Aussagen von Ute Austermann-Haun aus Lüdersen nach der Frage, wie das Christliche in der örtlichen CDU gehandhabt wird, es stehe ja am Anfang des Parteinamens, so Moderator Glawion. Die Professorin für Wasserwirtschaft und CDU-Vorsitzende in ihrem Heimatort ließ erkennen, dass Kirche und das Christliche in ihren Parteisitzungen keine Rolle spiele. Sie selbst aber bekenne sich zu den christlichen Werten und ein Austritt aus der Glaubensgemeinschaft käme für sie nicht in Frage.

Mit Niklas Kelting nahm ein Vertreter der jungen Generation als Talkgast an der Runde teil. Er selbst sitzt als FDP-Mitglied neu im Springer Rat. Aktuell studiert er Politik, Wirtschaft und Religion und engagiert sich in der St. Andreas-Gemeinde in der Jugendarbeit. Er bescheinigte der Kirche, gerade jetzt bei der Bewältigung der Flüchtlingsarbeit, eine enorme Leistung. Dass sie manchmal auch gegen ihre christliche Überzeugung schwere Entscheidungen treffe müsse, erklärte die Bundestagsabgeordnete (MdB) Gabriele Lösekrug-Möller aus Hameln.

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Kirchentag 2016 in Springe
Quelle: FOTO: VOIGTMANN/KRAUSE/ANTEL

Ihre Ansichten ernteten mehrmals Beifall aus dem Publikum. Auf die Feststellung von Glawion, dass nur noch 56 Prozent der deutschen Bevölkerung einer Religionsgemeinschaft angehören, setzte sie mit „Ausgetretene verlieren nicht ihr Christsein“ eine Antwort, die von vielen Anwesenden bestätigt wurde. Reformation bedeute auch für sie die Botschaft, verständlich über den Glauben zu reden und die Bibel in leichter Sprache zu verfassen.

Kai Dettmer, Ortsbürgermeisterin von Altenhagen I reagierte auf die Frage: welche Thesen sie an die Kirchentür anbringen würde: „offenere Kirche, die entschlossener handeln“ müsse. Sie selbst zeige ihr Christsein an vielen unterschiedlichen Stellen.



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