weather-image
Genehmigung liegt bis heute aus / IG sieht Vielzahl ungeklärter Punkte

90 Widersprüche gegen Biogasanlage

Springe (ric). Heute läuft die Frist formell aus, in der Widersprüche gegen die Baugenehmigung der Biogasanlage eingelegt werden können. Auf Anfrage der NDZ teilte das Gewerbeaufsichtsamt in Hannover mit, dass bis gestern rund 90 Widersprüche vorlagen.

270_008_5171716_biogas2.jpg

„Das spricht für ein hohes Interesse der Springer Bevölkerung“, findet Olaf Klemm, Sprecher der Interessengemeinschaft Schwarzer Koppelweg. Zahlreiche Schriftstücke hatte seine Initiative eingereicht, viele seien auch von privaten, nicht organisierten Bürgern gekommen. Klemm und sein Mitstreiter Mathias Lange-Gandyra machen allerdings auf die Möglichkeit aufmerksam, dass auch nach Auslegungsende noch vier Wochen Zeit sei, weitere Eingaben in Hannover zu hinterlegen. Nach Auffassung der Widerspruchsführer ist eine Anlage genehmigt worden, wie sie ursprünglich geplant war. „Tatsächlich hat es erhebliche Veränderungen des Anlagenkonzepts gegeben“, teilt die IG mit. Die Gaslagermenge habe sich deutlich erhöht, das Blockheizkraftwerk der Anlage (BHKW) verfüge statt über 250 Kilowatt elektrischer Leistung nun über 527. Zudem gebe es kein verbindliches Wärmekonzept. Die weiteren Beschwerden lassen sich wie folgt zusammenfassen:

Sicherheit: Die Gasmenge sei erhöht worden, meinen die Beschwerdeführer. Die Störfall-Verordnung beziehe sich aber auf die davor angenommenen Rahmenbedingungen. Auch die vorgeschriebenen Feuerschutzmaßnahmen seien suboptimal. Es fehlten Hydranten an der Anlage sowie zwischen Anlage und Wohnbebauung zum vorbeugenden Schutz der Anwohner.

Einfriedung: Die Anlage sei ungenügend vor unbefugtem Betreten und Missbrauch geschützt. Ein einfacher Maschendrahtzaun halte niemanden auf, der sabotieren will. In diesem Zusammenhang verweisen einzelne Beschwerdeführer auf den „Sabotageakt“ in einer Biogasanlage im nahegelegenen Schmarrie bei Bad Münder. Dort sollen sich Unbefugte Zugang verschafft, Ventile und Fluttore geöffnet haben. Dabei seien rund 300 000 Liter Flüssigkeit aus Maissilage und Rinderdung ausgelaufen – eine „chemische Brühe, die alles Leben im Meinser Bach tötete“.

Schadstoffe: Durch die Schornsteine der zwei Kraftwerke würden die permanent abgegeben werden – das sei nicht analysiert worden.

Betriebszuverlässigkeit: Auch in diesem Punkt soll es nach Ansicht der Kritiker ungeklärte Punkte geben.

Wasserschutz: Ist er gewährleistet? Weil der Boden verdichtet sei, sickere Wasser nur langsam ab. Kritiker befürchten, dass Gewässer geschädigt werden können.

Die Verkehrs- und Lärmbelästigung, aus Sicht der IG durch Anlieferung der Silage zu befürchten, sind jetzt nicht mehr Aufgabe der Gewerbeaufsicht. Sie kann sich nur noch für das interessieren, was sich direkt auf dem Grundstück hin- und herbewegt.



Anzeige
Anzeige
Weiterführende Artikel
    Kommentare

    Kontakt

    Redaktion
    Telefon: 05041 - 78932
    E-Mail: redaktion@ndz.de
    Anzeigen
    Telefon: 05041 - 78910
    Geschäftsanzeigen: Anzeigenberater
    Abo-Service
    Telefon: 05041 - 78921
    E-Mail: vertrieb@ndz.de
    Abo-Angebote: Aboshop

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt