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744 Schüler und Lehrer lassen sich in der BBS typisieren

SPRINGE. Es ist nur ein Wattestäbchen, aber es kann Leben retten. Die Resonanz bei der Typisierungsaktion in den Berufsbildenden Schulen (BBS) war riesig: 744 Schüler ließen sich bei der DKMS (Deutsche Knochenmarkspenderdatei) registrieren, 1070 Euro gingen an Barspenden ein.

Joost lässt sich unter der Anleitung von BBS-Schülerin Clara mit einem Wattestäbchen einen Abstrich entnehmen. Foto: Helmbrecht
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Saskia Helmbrecht Redakteurin zur Autorenseite

„Das ist ein wirklich tolles Ergebnis, ich bin sehr überrascht“, sagte Julia Matschke von der DKMS aus Köln, die die Typisierungsaktion der BBS begleitet hat.

Dass ein Kollegium eine Typisierung ins Leben rufe, um einem erkrankten Lehrer zu helfen, sei ebenfalls sehr selten, sagt Matschke. „Die große Resonanz zeigt auch die hohe Anteilnahme der Schüler und Lehrer.“ Denn: In erster Linie ließen sich die Schüler registrieren, um ihrem beliebten Lehrer Stefan Otto das Leben zu retten (wir berichteten). Der 59-Jährige aus Hessisch Oldendorf ist an Blutkrebs erkrankt und braucht dringend eine passende Stammzellenspende, um zu überleben. Obwohl Otto derzeit abgeschottet mit den Nebenwirkungen seiner Chemotherapie kämpft, ist er in der Schule an diesen Tagen fast so präsent wie früher – an jeder Ecke hängen Plakate mit seinem Foto und Infomaterial zur DKMS. „Eine Kollegin hatte mit Herrn Otto über SMS Kontakt und er freut sich sehr über die riesige Anteilnahme“, weiß Jörg Kleinhenn, der die Typisierungsaktion im Vorfeld initiiert hatte.

Registrieren lassen können sich alle Jugendlichen ab 17 Jahren, sie werden ab dem 18. Geburtstag für den weltweiten Suchlauf berücksichtigt. Ausgeschlossen werden zum Beispiel Spender, die unter 50 Kilogramm wiegen, starkes Übergewicht haben, unter Autoimmunerkrankungen leiden oder andere schwere Erkrankungen etwa an der Lunge oder Niere haben.

40 Schüler mit dem Schwerpunkt Gesundheit-Pflege haben an den zwei Tagen für einen reibungslosen Ablauf gesorgt und mit den Freiwilligen die Registrierung durchgeführt.

Dazu wurde ihnen mit den Wattestäbchen ein Abstrich von der Wangenschleimhaut genommen und mit einer ausgefüllten Einverständniserklärung wieder an das Labor zurückgeschickt. Nach der Registrierung werden die Untersuchungsergebnisse des Wangenabstrichs in der Datei gespeichert – und anonym für den weltweiten Patientensuchlauf zur Verfügung gestellt. Meist kommt es bei höchstens fünf von hundert potenziellen Stammzellspendern innerhalb der kommenden zehn Jahre zu einer Stammzellspende. Für junge Spender beträgt die Wahrscheinlichkeit etwa ein Prozent innerhalb des ersten Jahres nach der Typisierung, so die Einschätzung der DKMS.

„Wir hoffen natürlich, unter den Lehrern und Schülern einen passenden Spender für Herrn Otto gefunden zu haben“, sagt Kleinhenn.

Täglich spenden 18 Menschen Stammzellen, trotzdem findet jeder siebte Patient keinen passenden Lebensretter.

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