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55 Jahre Kulturheim in Springe – Betreibergemeinschaft bittet zum Jubiläumsmarkt

SPRINGE. Der Ostermarkt am Kulturheim An der Haller war in diesem Jahr ausgefallen – stattdessen bittet die Betreibervereinigung am Sonntag zum Jubiläumsmarkt: Gefeiert wird das 55-jährige Bestehen des Kulturheims.

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Jan-Erik Bertram Redakteur zur Autorenseite
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Weil die Kleintierzuchtvereine Anfang der 1960er-Jahre Probleme hatten, Räumlichkeiten zu finden, die groß genug waren für ihre Ausstellugen, brachte Heinrich Stedler, der damalige Vorsitzende des Geflügelzuchtvereins, die Idee auf, gemeinsame Räumlichkeiten für alle Springer Vereine zu schaffen. Auf offene Ohren stieß er damit bei den Kaninchenzuchtvereinen 5D5, der 2004 aufgelöst wurde, und F 122 sowie dem Spielmanns- und Hörnerkorps. Die vier Vereine schlossen sich als Interessengemeinschaft zusammen, aus der am 30. August 1967 die Kulturheimvereinigung wurde.

Die Spielleute probten damals in der Schulbaracke „Hinter der Burg“ neben der Volksschule. Wegen der Lautstärke gab es allerdings Probleme mit den Nachbarn. Als die Baracke wegen des Schulanbaus überflüssig wurde, stellte die Stadt sie der Kulturheimvereinigung kostenlos zur Verfügung, die zudem das Grundstück in der Straße „An der Haller“ kaufte.

Schulbaracke „Hinter der Burg“ abgetragen und „An der Haller“ Stück für Stück wieder aufgebaut

Die „halbe Miete“ für den Start waren aber vor allem die Eigenleistungen der Mitglieder der vier Vereine, die etwa 7000 Arbeitsstunden leisteten, in denen alle Einzelteile der Schulbaracke nummeriert, in der Reihenfolge abgebaut und transportiert sowie am neuen Standort wieder aufgebaut wurden. Finanzielle Hilfe leisteten zudem viele Gönner der Vereine.

Noch heute ist das Kulturheim die Heimat vieler Vereine und Gruppen aus Springe, auch wenn sich einiges verändert hat seit 1967. Als die Kegelbahn stillstand und ohne Wirt nicht wiederbelebt werden konnte, wurden an ihrer Stelle neue Räume geschaffen – als Probenräume für Bands oder Lagerräume. Der vordere Teil des Hauses mit Gaststätte, Klubzimmern und Saal wird wie ein Dorfgemeinschaftshaus für Feste vermietet – so wurde 2013 die drohende Insolvenz abgewendet.

Mit Einzug der jesidischen Gemeinde Springe bekommt der Name „Kulturheim“ eine noch tiefere Bedeutung

Der letzte große Umbruch kam 2020, als die Eigentümergemeinschaft sich umstrukturierte: Der Kaninchenzuchtverein schied aus der Vereinigung aus. Seine Anteile – 25 Prozent – verkaufte der Verein an die jesidische Gemeinschaft um den Gastronomen Sinan Ayhan, der auch die Hälfte der Anteile des Spielmannszugs – ebenfalls 25 Prozent – übernahm. Damit hält die jesidische Gemeinschaft nun 50 Prozent der Anteile, der Spielmannszug und die Geflügelzüchter jeweils 25.

Mit dem Einzug der jesidischen Gemeinschaft soll aus dem Kulturheim eine Begegnungsstätte werden. „Damit bekommt der Name ‚Kulturheim‘ noch eine tiefere Bedeutung, eine Aufwertung aus einer anderen Blickrichtung: Kultur und Völkerverständigung“, sagt Christa Heinzel vom Spielmannszug.

So wird das Jubiläum gefeiert

Ab 11 Uhr am Sonntag, 12. Juni, möchten die Betreiber des Kulturheims – die jesidische Gemeinschaft, Spielmannszug und Geflügelzuchtverein – gemeinsam das 55-jährige Bestehen der Veranstaltungsstätte feiern.

Dabei stellen einige Hobby-Kunsthandwerker ihre Arbeiten aus, die Lebenshilfe Schaumburg Weserbergland stellt sich vor, es wird Hundezubehör angeboten und die Großbahnfreunde Hildesheim lassen ihre Eisenbahn kreisen. Am Büffet gibt es neben Kaffee, Kuchen, Gegrilltem und Salazen auch östlich-mediterranes Fingerfood.

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