weather-image
25°

35-Jähriger dealt in Eldagsen

ELDAGSEN. Die Liste war lang: 21 Mal soll ein 35-Jähriger in Eldagsen Marihuana verkauft haben. Seine damalige Lebensgefährtin soll dem Mann, der inzwischen in der Justizvollzugsanstalt Meppen einsitzt, beim Dealen geholfen haben.

Foto: Archiv

Autor:

Anne Brinkmann-Thies

Die 32-jährige Eldagserin wurde jetzt von einem Schöffengericht am Springer Amtsgericht freigesprochen. Ihr Ex wurde zu einer zweijährigen Haftstrafe verurteilt.

Der 35-Jährige, der nach eigener Aussage eine lange Suchtproblematik hat, nahm die Schuld auf sich. „Es lief alles über mich“, erklärte er. Seine einstige Freundin konsumiere keine Drogen. Er habe aber ihr Handy benutzt, um per Chat mit den Kunden Kontakt herzustellen. Doch mindestens drei Mal übergab die junge Frau auch bestellte Haschmengen und nahm das Geld entgegen.

Das erklärte eine Eldagserin in ihrer Zeugenaussage. Auch die Chatauswertungen haben diese Aussage bestätigt. Weil sie aber bislang keinerlei Eintragungen im Bundeszentralregister hat, wurde sie wegen Beihilfe lediglich verwarnt und ansonsten freigesprochen. „Ich habe es aus Liebe gemacht, und würde es nie wieder machen“, sagte sie. Ihr damaliger Lebenspartner allerdings nutzt das Dealen, um aus dem Erlös selbst Marihuana kaufen zu können. Von November 2016 bis Juni vergangenen Jahres verkaufte er immer wieder sogenannte Konsumeinheiten für 10 oder 20 Euro. Insgesamt für 410 Euro soll er gedealt haben.

Sein Mandant habe sich zu jener Zeit auf der Flucht befunden und konnte deshalb keine Sozialleistungen beziehen. Bei einer Wohnungsdurchsuchung fand die Polizei dann im Juni nicht nur rund sieben Gramm Marihuana in der gemeinsamen Wohnung. Sondern sie trafen auch auf den Angeklagten, der seitdem hinter Gittern sitzt – und dort noch bis 2020 seine bereits verhängten Haftstrafen absitzen muss.

Von wem er selbst das Marihuana bezogen hat, wollte der 35-Jährige nicht sagen. „Ich habe keine Lust, einen Knüppel auf den Kopf zu bekommen, wenn ich aus dem Gefängnis komme“, erklärte er auf Nachfrage der Richterin, warum er seinen Lieferanten nicht nennen wolle. Seine nun erneut verhängte Haftstrafe kann zurückgestellt werden, bis der Mann eine stationäre Therapie gemacht hat. Denn die Taten seien aufgrund seiner Drogenabhängigkeit erfolgt, stellte die Richterin fest.

Anzeige
Anzeige
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare