weather-image
12°

34-jähriger Springer betrügt das Job-Center

SPRINGE. Weil er das Job-Center um etwa 2300 Euro betrogen hat, musste sich jetzt ein 34-jähriger Springer vor dem Amtsgericht verantworten.

Foto: Archiv

Autor

Anne Brinkmann-Thies Reporterin

Der zuvor arbeitslose Mann hatte im Dezember 2016 eine Arbeitstelle bekommen, diese Beschäftigung aber nicht gemeldet und noch weitere vier Monate Sozialleistungen bezogen. Nun wurde er wegen Betrugs zu einer Geldstrafe von 2100 Euro verurteilt – dem Job-Center muss er das zuviel erhaltene Geld ebenfalls zurückzahlen.

Lange blieb der Mann während der Verhandlung bei seiner Version, dass er dem Job-Center sowohl die Aufnahme einer Beschäftigung gemeldet habe, als auch die monatlichen Gehalts-Abrechnungen eingereicht habe.

„Ich habe meine Lohn-Abrechnungen für Dezember 2016 bis März 2017 in den Briefkasten des Job-Centers geworfen. Offenbar sind die Umschläge aber dort verloren gegangen“, behauptete der 34-Jährige. Man könne ja grundsätzlich nie ausschließen, dass mal etwas verloren geht, sagte die Strafrichterin. Sie nahm dem Angeklagten aber nicht ab, dass so etwas gleich vier Mal hintereinander passiert sein soll.

Und auch seine Behauptung, einer Mitarbeiterin am Empfang des Job-Centers den Beginn seiner neuen Jobs persönlich mitgeteilt und mit ihr gemeinsam ein entsprechendes Formular ausgefüllt zu haben, erwies sich als Schutzbehauptung. Denn die Frau konnte als Zeugin vor Gericht darlegen, dass seitens des Angeklagten keine Information hierzu gab. Einen entsprechenden Vermerk über eine Arbeitsaufnahme, eine sogenannte Veränderungsmitteilung, gibt es nicht.

„Wir haben noch einmal alle Akten gewälzt, es gibt keine Unterlagen“, sagte sie in ihrer Zeugenaussage vor Gericht. Und sie konnte sich auch persönlich zwar an den Angeklagten, nicht aber an ein entsprechendes Gespräch erinnern.

Gemeldet hatte der 34-Jährige dann erst im März 2017, dass er einer Beschäftigung nachgehe. Genau zu dem Zeitpunkt sei sein erster Arbeits-Vertrag verlängert worden, sagte die Richterin. Offenbar habe er daraufhin beschlossen, das Job-Center nun doch über seine neue Situation zu informieren. Schließlich räumte der Mann ein: „Es ist kein bewusster Betrug gewesen“. Und fügte hinzu: „Es tut mir Leid“.



Anzeige
Weiterführende Artikel
    Kommentare
    Kontakt
    Redaktion
    Telefon: 05041 - 78932
    E-Mail: redaktion@ndz.de
    Anzeigen
    Telefon: 05041 - 78910
    Geschäftsanzeigen: Anzeigenberater
    Abo-Service
    Telefon: 05041 - 78921
    E-Mail: vertrieb@ndz.de
    Abo-Angebote: Aboshop

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt