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32-Jähriger hat Drogen in Cocktailbar verkauft

SPRINGE. Die Liste der Anklage war lang, für die sich ein 32-Jähriger gestern vor dem Springer Amtsgericht verantworten sollte: Der Mann soll in Springe in einer inzwischen geschlossenen Cocktailbar über einen längeren Zeitraum Marihuana, Ecstasy-Pillen und Amphetamine verkauft haben.

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Autor:

Anne Brinkmann-Thies

Zudem wird dem Mann vorgeworfen, durch falsche Angaben beim Springer Jobcenter Geld bekommen zuhaben. Für einen Angestelltensoll er keine Sozialabgaben bezahlt haben. Und der 32-Jährige soll elektronische Waren bestellt, aber nicht bezahlt haben.

„Mein Mandant macht keine Angaben“, sagte der Verteidiger des 32-Jährige. Und dabei blieb es während der gesamten Verhandlung. Dabei saß der Angeklagte wegen der Anklagen bereits mehrfach im Sitzungssaal 17 des Springer Amtsgerichts. Der Prozess konnte bislang aber nicht zu Ende geführt werden, weil wichtige Zeugen nicht zu den Verhandlungen erschienen waren. Und so war es auch diesmal.

Und so konnte die vorsitzende Richterin die Tatvorwürfe gegen den 32-Jährigen gestern noch nicht aufklären: Er soll in der Zeit von September 2013 bis zum Februar 2014 in der einstigen Cocktailbar in der Springer Innenstadt insgesamt 100 Extasy-Tabletten, 30 Gramm Amphetamine sowie 100 Gramm Marihuana an andere Gäste verkauft haben. Zwei seiner Kunden hätten in der gestrigen Verhandlung Licht in diese Drogengeschäfte bringen sollen. Doch sie blieben dem Prozess fern. Die Strafrichterin, erst seit wenigen Wochen im Springer Amtsgericht im Einsatz, will die Zeugen jetzt durch die Polizei vorführen lassen. Die Verhandlung wird dafür am 29. November, um 13.30 Uhr fortgesetzt.

Dann werden auch die anderen Tatvorwürfe noch einmal verhandelt, zu denen der Angeklagte gestern ebenfalls schwieg. Als Zeuge soll ein Mitarbeiter des Jobcenters darüber Auskunft geben, ob der 32-Jährige eine Summe von knapp 900 Euro zu Unrecht kassiert hatte. Denn trotz seiner Tätigkeit in der Cocktailbar soll der Angeklagte im Oktober 2013 Arbeitslosengeld beantragt und bekommen haben. Neben dieser Tätigkeit soll der Mann auch ein Gewerbe angemeldet haben. So soll er eine Firma für Aufräumarbeiten auf Baustellen betrieben haben. Auch einen Angestellten habe er nach Auskunft der Staatsanwältin beschäftigt – ohne für den Mann im Jahr 2014 drei Monate lang Sozialabgaben zu zahlen. Rund 1400 Euro sollen den Sozialsystemen dadurch verloren gegangen sein. Im Fortsetzungstermin Ende November wird nun auch dieser Anklagepunkt noch einmal verhandelt werden.

Und schließlich wird dem Mann vorgeworfen, dass er Mitte 2013 elektronische Waren im Wert von knapp 50 Euro bestellt haben. Bezahlt habe er die Ware aber nicht, warf ihm die Staatsanwältin vor. Zu dieser Zeit seien auch mehrere Vollstreckungsverfahren gegen den Springer anhängig gewesen. Er habe also gar nicht die Absicht gehabt, die gelieferte Ware zu bezahlen.

Gegen eine Geldauflage wäre das Gericht möglicherweise bereit gewesen, die Anklagen – bis auf die Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz – gegen den Mann einzustellen, der inzwischen nicht mehr in Springe lebt und einer geregelten Arbeit nachgeht. Doch dagegen verwehrte sich der Verteidiger. Der wollte auch den vorgeworfenen Handel mit den Betäubungsmitteln gegen eine Geldauflage einstellen. Doch dafür sah das Gericht keine Chance. Nun wird der Prozess mit allen Anklagepunkten fortgesetzt.

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