weather-image

20-Jährige veruntreut 2000 Euro im Supermarkt

SPRINGE. Mehr als 2000 Euro hat eine 20-Jährige aus der Kasse eines Supermarkts im Stadtgebiet unterschlagen und veruntreut. Ein Mann, mit dem sie sich eine Beziehung erhoffte, habe sie dazu genötigt, berichtete die Angeklagte, die sich jetzt vor dem Jugendgericht im Springer Amtsgericht verantworten musste.

Foto: Archiv

Autor

Annegret Brinkmann-Thies Reporterin

Etwa zur gleichen Zeit züchtete die junge Frau in einem Terrarium psychoaktive Pilze, die sie bei guter Ernte hätte verkaufen wollen.

„Er hat mich unter Druck gesetzt, damit ich ihm Geld gebe“, berichtete die junge Frau. Und: „Ich hatte Angst, das bei der Polizei zu sagen“. Der Mann, gegen den wegen anderer Straftaten ein Verfahren eingeleitet sein soll, habe von ihr immer wieder Geld verlangt. Angeblich wolle er damit selbst einer Haftstrafe entgehen.

„Erst habe ich ihm alles gegeben, was ich selbst besaß“, erzählte die 20-Jährige. Als ihr eigenes Erspartes verbraucht war, begann die junge Frau, bei einem Discounter Gelder zu veruntreuen. Dort arbeitete sie als Kassiererin. Insgesamt acht Mal soll sie in die Kasse gegriffen und dabei Summen zwischen 100 und 500 Euro unterschlagen haben. Die Angeklagte räumte die Tatvorwürfe ein. „Ich habe damals alles durch eine rosarote Brille gesehen und auf eine Beziehung mit dem Mann gehofft“, erklärte sie Jugendrichter Christian Lubrich. „Er hat mich hingehalten“, fügte sie hinzu. Dabei habe sie auch von anderen Mädchen ganz ähnliche Geschichten gehört. Bei der Polizei hatte sie angegeben, das Geld veruntreut zu haben, um ihre eigene Drogen- und Spielsucht zu finanzieren. „Das stimmte aber nicht“, sagte sie jetzt vor Gericht. Sie habe das Geld dem Mann gegeben.

Als sie sich dazu verleiten ließ, ihren Arbeitgeber zu bestehlen, habe sie aber tatsächlich auch Drogen konsumiert. Sie probierte sie selbst von den psychoaktiven Pilzen, die sie in ihren vier Wänden züchtete. „Die meisten sind aber auch nichts geworden. Und es war auch insgesamt nicht gut“, erzählte die junge Frau. Sie habe ursprünglich geplant, die berauschenden Pilze zu verkaufen. Schon das Vorhaben gelte als Handeltreiben mit Betäubungsmitteln, erklärte ihr die Staatsanwältin.

Die junge Frau hat durch die Unterschlagung ihre Arbeitsstelle verloren. Das veruntreute Geld zahlt sie ihrem früheren Arbeitgeber in Raten ab. Das Jugendgericht verurteilte die junge Frau jetzt zu 50 Stunden gemeinnütziger Arbeit. Zudem muss sie eine Schuldnerberatung und einen Kurs gegen Drogenmissbrauch besuchen.



Anzeige
Weiterführende Artikel
    Kommentare

    Kontakt

    Redaktion
    Telefon: 05041 - 78932
    E-Mail: redaktion@ndz.de
    Anzeigen
    Telefon: 05041 - 78910
    Geschäftsanzeigen: Anzeigenberater
    Abo-Service
    Telefon: 05041 - 78921
    E-Mail: vertrieb@ndz.de
    Abo-Angebote: Aboshop

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt