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20 000 Kilo Wildfleisch aus dem Deister

Eine positive Bilanz ziehen die Förster im Forstamt Saupark zum Ende der Jagdzeit: „Rund 1000 Stücke Schalenwild, also Rehe, Schwarz-, Rot-, Dam- und Muffelwild, konnten im abgelaufenen Jagdjahr tierschutzgerecht erlegt werden.“

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Damit wurden im Landeswald 20 000 Kilogramm Wildfleisch durch den am Jagdschloss Springe ansässigen Wildhändler Enno König an die Verbraucher vermarktet.

„Die Jagd bietet damit den Landesforsten auch eine Einnahmequelle“, berichtet Forstamtsleiter Christian Boele-Keimer, „wichtiger ist jedoch für uns, dass wir unserem gesetzlichen Auftrag, die Wildpopulationen auf einer dem Lebensraum angepassten Höhe gehalten haben.“

Zuviel Wild führe zu hohen ökologischen und ökonomischen Wildschäden am Wald, auch die Gefahr von Wildkrankheiten oder -Tierseuchen steige bei zu hohen Wildpopulationen stark an. Zudem bedeuteten auch Wildunfälle im Straßenverkehr einen hohen volkswirtschaftlichen Verlust und schlimmstenfalls menschliches Leid.

Bei der Jagdausübung gibt es verschiedene Strategien. Da ist der Einzelansitz, bei dem ein Jäger auf das austretende Wild wartet und es nach sorgfältiger Ansprache – Beobachtung, Beurteilung und Identifizierung – erlegt. Bei den ein-, seltener zweimal auf derselben Fläche stattfindenden Gemeinschaftsjagden werden mehr oder weniger große Waldgebiete bejagt, das bedeutet, dass viele Jäger gleichzeitig die Hochsitze besetzen und das Wild durch Treiber und Hunde langsam in Bewegung gebracht wird. So könnten die Jäger sorgfältig ansprechen und dann einen sicheren Schuss anbringen. Es werde nicht nur die gesetzlichen Schonzeiten beachtet, zwischen den Jagden gebe es längere Ruhephasen, während derer keine Jagd ausgeübt werde. Das sei für die Jäger effektiv und für das Wild bedeute es weniger Stress.

Für Autofahrer und Waldbesucher können diese Jagden im großen und kleinen Deister Einschränkungen mit sich bringen. „Die Sicherheit aller Beteiligten steht immer an oberster Stelle. An gefährdeten Straßenabschnitten kann es zu Geschwindigkeitsreduzierungen kommen, Waldwege werden für die Dauer der Jagd, in der Regel einen Tag, gesperrt, erklärt Boele-Keimer.

Viele dieser Jagden werden inzwischen als revierübergreifende Jagden im Verbund mehrerer Reviere durchgeführt. Zur Bejagung des Rotwildes engagiert sich das Forstamt aktiv in zwei großen Gemeinschaften, dem Rotwildring Großer Deister und im Hochwildring Osterwald.

Die Jagdausübung unterliegt in Deutschland strengen Regeln. Wer die Jagd ausüben will, muss eine sehr anspruchsvolle Prüfung ablegen, dabei wird nicht nur Schießfertigkeit und sicherer Umgang mit der Waffe verlangt, auch Waldbau, Naturschutz, Jagdrecht, Ökologie und Wildbiologie stehen bei der Ausbildung auf dem Stundenplan.

Wer in den Landesforsten jagen möchte, muss seit Kurzem neben einem gültigen Jagdschein auch einen Schießnachweis vorlegen, auch darf im Sinne der Wildbrethygiene nur bleifreie Munition verwendet werden. Bei der Jagdausübung überwiegt im Landeswald der Anteil privater Jäger deutlich, die Förster jagen zwar auch, konzentrieren sich aber auf die Organisation des Jagdbetriebes.

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